Wird 2018 für Autofahrer ein frohes Neues? Bei den vielen neuen Gesetzen, die im Laufe des Jahres in Kraft treten, ist manches Ärgerliche, manches Schöne und manches Spannende dabei: Unter anderem sind Kfz-Steuer, TÜV und Reifen-Kennzeichnung betroffen. Ob Sie zu den Gewinnern oder Verlierern der neuen Regelungen gehören, erfahren Sie hier.

Was ändert sich 2018 für Autofahrer?

2018 wird für Autofahrer ein spannendes Jahr mit vielen Neuerungen. Spannend auch deswegen, weil einige mögliche Änderungen noch offen sind. So wird erst im Februar am Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschieden, ob es künftig Diesel-Fahrverbote in deutschen Großstädten geben wird. Und auch bei der Pkw-Maut stehen die großen Entscheidungen noch aus. Vieles andere ist hingehen schon in trockenen Tüchern. Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick.

Neue Winterreifen-Kennzeichnung

Ab wann? Ab 1. Januar 2018

Was? Winter- und Ganzjahresreifen benötigen nach neuer Gesetzgebung das sogenannte Alpine-Symbol, bildlich dargestellt als Schneeflocke in einem Bergumriss. Vorher war das M+S-Symbol für den Einsatz neuer Winterreifen ausreichend.
Außerdem steigt das Bußgeld bei falscher Bereifung von 60 auf 75 Euro, bei Gefährdung noch höher.

Auswirkungen auf Sie? Bevor Sie panisch zum Fachhändler rennen: Vor dem ersten Januar erworbene Winterreifen sind noch bis 30.09.2024 gültig. Die Frist müssen Sie aber nicht unbedingt ausreizen, denn die neu zertifizierten Reifen müssen einen erweiterten Sicherheitstest bestehen und dienen so im Endeffekt Ihrem eigenen Vorteil.

Erhöhung der Kfz-Steuer

Ab wann? 1. September 2018 für alle Neuwagen-Erstzulassung, ab 2019 gilt dies dann für alle Fahrzeuge.

Was? Bei der Berechnung der Kfz-Steuer wird vom bisher gültigen NEFZ-Zyklus auf das neue WLTP-Verfahren umgestellt. Die Abkürzung ist sicherlich angebracht, denn WLTP steht für Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure. Das Verfahren beinhaltet eine realistischere Bemessung des Schadstoff-Ausstoßes. Aktuell verbrauchen PKWs im Schnitt 42 % mehr als im Messverfahren ermittelt. WLTP ist zwar auch nicht perfekt, aber deutlich näher am Alltagswert. Zusätzlich wird dabei eine Messung auf der Straße mit RDE (Real Driving Emissions) durchgeführt.

Auswirkungen auf Sie? Das akkuratere Messverfahren kann für Sie einen drastischen Anstieg der Kfz-Steuer bedeuten, teilweise mehrere hundert Prozent. Wie hoch, das bestimmen hauptsächlich Modell und Kraftstoffart. Besonders schwer trifft es etwa kleine Benziner. Deswegen: Sollte bei Ihnen 2018 ein Autokauf anstehen, dann erledigen Sie das besser vor dem 1. September!

Neue Regeln für den TÜV

Ab wann? 1. Januar 2018

Was? Der Staat zieht die Lehren aus dem Abgasskandal und schreibt die im TÜV enthaltene AU-Messung ab 2018 auch am Endrohr vor. Bisher war die On-Board-Diagnose ausreichend.

Auswirkungen auf Sie? Keine, sofern bei Ihrem Fahrzeug keine Defekte oder Manipulationen vorliegen.

eCall-Notrufsystem

Ab wann? 1. April 2018 (kein Scherz)

Was? Laut EU-Beschluss wird das intelligente Notruf-System ab 2018 in alle Neuwagen eingebaut. Damit ausgestattet sendet der PKW bei Unfällen automatisch einen Notruf ab, der Informationen zu Zeit und Ort des Unfalls, Fahrtrichtung, Zahl der Insassen und Treibstoffart enthält.

Auswirkungen auf Sie? Im Notfall könnte eCall für Sie Rettung in letzter Minute bedeuten. Das neue Gesetz hat das Ziel, die Zahl der Verkehrstoten in Europa stark zu reduzieren, indem Krankenwagen und Unfallhilfe schneller bei dem verunglückten Fahrzeug eintreffen, und das auch dann, wenn sämtliche Fahrzeuginsassen bewusstlos und keine hilfsbereiten Zeugen in der Nähe sind. Was das datenschutzrechtlich bedeutet, ist selbstverständlich eine andere Frage.

Inkrafttreten neuer Typ- und Regionalklassen

Ab wann? 1. Januar 2018

Was? Die für die Berechnung der Kfz-Versicherung relevanten Typ- und Regionalklassen werden zum 1. Januar umgestellt, dadurch ändert sich für viele Verbraucher der Versicherungsbeitrag. Nicht immer zum Schlechten: Durch die Umstellung der Regionalklassen verbessert sich die Einstufung von über 5 Millionen Autofahrern. Bei den Typklassen ist die Veränderung weniger dramatisch: Für mehr als 70% der Haftpflicht-Versicherten bleibt alles wie gehabt.

Auswirkungen auf Sie? Das kommt ganz darauf an: Je nach Fahrzeugtyp und Zulassungsbezirk sparen Sie, zahlen drauf oder verbleiben beim Alten. Informieren Sie sich frühzeitig bei Ihrer Versicherung über mögliche Änderungen – bei einer Beitragserhöhung haben Sie in der Regel das Recht zur außerordentlichen Kündigung.

Ausweitung der LKW-Maut

Ab wann? 1. Juli 2018

Was? Bislang gilt die LKW-Maut nur auf manchen Bundesstraßen, 2018 wird der Wirkungsbereich auf insgesamt 39.000 Kilometer Bundesstraße erweitert. Ausgenommen sind langsame landwirtschaftliche Fahrzeuge sowie Fernbusse und Schausteller.

Auswirkungen auf Sie? Vermutlich keine, wenn Sie kein Brummi-Fahrer sind.

Und sonst? 2018 verspricht viele Neuerungen, vor allem mit einer neuen Bundesregierung. Natürlich halten wir Sie über alle weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden!