Zugegeben, früher haben wir Menschen uns noch sehr viel stärker am Wechsel der Jahreszeiten orientiert und unser ganzes Leben danach ausgerichtet. Heute sind wir zwar unabhängiger, aber dafür benötigen unsere Autos spezielle Zuwendung, wenn es kälter wird. Das fängt schon beim Kraftstoff an: Stichwort Winterdiesel. Aber was ist das Besondere an diesem Diesel und wie gut erfüllt er seine Aufgabe?

Was ist Winterdiesel?

Dabei handelt es sich um Diesel, der mit bestimmten Zusatzstoffen versehen ist. Diese sollen verhindern, dass die Paraffine im Kraftstoff bei Kälte Kristalle bilden und damit den Kraftstofffilter verstopfen. Denn in diesem Fall könnte kein Diesel mehr vom Tank zum Motor gelangen.

Damit die Umstellung aber nicht ganz so abrupt geschieht, werden Übergangszeiten geschaffen. So erhalten Sie vom 1. Oktober bis zum 15. November einen Dieselkraftstoff an der Tankstelle, der bis minus 10 °Celsius kältefest ist. Nach dieser Phase kommt bis Ende Februar ein richtiger Kälteblocker in den Tank: bis knapp  minus 22 °Celsius soll diese Dieselsorte aushalten. Schließlich beginnt wieder die Übergangsphase bis zum Sommer.

Wie verlässlich ist Winterdiesel?

In der Wintersaison 2012/2013 führte das Technikzentrum des ADAC mit vier verschiedenen Winterdieseln einen Kältetest durch. Dabei ergab sich, dass durchaus nicht alle Kraftstoffe in allen Fahrzeugen gleich gut funktionieren.

So wurde beispielsweise ein Shell Dieselkraftstoff, der laut normgemäßem Labortestverfahren eine Kältetauglichkeit von minus 23 °Celsius aufweist, in zwei Fahrzeugen getestet, dem VW Golf 6 und dem Opel Insignia. Dabei mussten die Techniker feststellen, dass der Opel bereits bei minus 22 °Celsius nicht mehr fahrbar war, der VW Golf dagegen hielt sogar noch bis 28 °Celsius problemlos aus.

Diesel ist also nicht gleich Diesel und es hängt stark vom Fahrzeug ab, wie gut es mit welchem Winterkraftstoff zurechtkommt. Der ADAC rief daher Autoindustrie und Mineralölwirtschaft dazu auf, ein verlässlicheres System zu entwickeln, das mehr Rücksicht auf anspruchsvolle Fahrzeuge nimmt, die bei niedrigen Temperaturen schneller streiken als andere.

Tipps zum Thema Winterdiesel

Wenn es um Winterdiesel geht, sollten Sie in jedem Fall die folgenden Hinweise beachten:

  1. Winterdiesel sollte rechtzeitig vor Beginn der kalten Jahreszeit getankt werden. Achten Sie dabei darauf, dass der im Tank verbleibende Rest an Sommerdiesel so gering wie möglich ist.
  2. Beachten Sie auch die Wechselintervalle des Kraftstofffilters, die vom Fahrzeughersteller vorgegeben sind.
  3. Lange Zeit extremer Kälte ausgesetzt zu sein, tut niemandem gut! Auch ihrem Auto nicht. Parken Sie es daher möglichst in einer beheizten Garage oder zumindest an einer windgeschützten Stelle. Auch liegen gebliebene Fahrzeuge sollten möglichst in einer beheizbaren Garage untergebracht werden, um „aufzutauen“.
  4. Mischen Sie nicht auf eigene Faust Benzin oder andere Zusätze zum Diesel.