„O Tannenbaum“ wird schnell zu „Oje, Tannenbaum“, wenn es um den Transport des grünen Ungetüms geht. Aber keine Sorge: Mit den entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen gelingt der Weihnachtsbaum-Transport in oder auf dem Auto ganz leicht. Wenn Sie die folgenden Tipps beachten, bleiben Sie sicher – und Ihr Auto sauber.

Sicherheit beim Weihnachtsbaum-Transport

Die Transport-Sicherheit sollte Ihnen schon allein zu Ihrem eigenen Schutz am Herzen liegen, tut sie es aber nicht, setzt es zudem ein Bußgeld. Denn Ladungssicherung unterliegt strengen Regeln, und das mit Recht: Wer in Physik aufgepasst hat, weiß, dass das hohe Gewicht einer Tanne auch zu einer höheren Flug-Geschwindigkeit bei Notbremsungen führt. Deswegen sollten Sie den Transport mit Bedacht angehen:

Zu Beginn: Ausmessen, ob der Weihnachtsbaum überhaupt ins Auto passt. Ragt er über einen Meter aus dem Kofferraum heraus, muss er mit einer roten Fahne (von mindestens 30 mal 30 Zentimetern) gekennzeichnet werden. Bei Dunkelheit bedarf es zusätzlich einer roten Lampe am Baum. Sind es mehr als 1,5 Meter Überstand nach hinten, müssen Sie den Baum stattdessen auf dem Dach transportieren.

Weihnachtsbaum-Transport im Kofferraum

Damit das Weihnachtsbaum-Tetris im Kofferraum schon beim ersten Mal funktioniert, sind einige einfache Hinweise zu beachten. Klappen Sie als Erstes die Rückbank um und schieben Sie den Baum mit dem dicken Ende zuerst ins Auto, idealerweise mit einem Holzbrett als Schutz vor dem Fahrersitz. Vom Weihnachtsbaum-Transport mit umgeklappten Beifahrersitz ist abzuraten, denn so verdeckt er eventuell die Sicht oder den Zugriff auf Teile der Konsole. Wenn Sie den Baum entsprechend positioniert haben, ist die Ladungssicherung an der Reihe. Zurren Sie den Christbaum mit Spanngurten fest, damit aus dem Symbol der Weihnacht beim Bremsen kein tödliches Geschoss wird. Zur Sicherheit sollte mindestens eine Schlaufe direkt am Stamm befestigt sein. Im letzten Schritt überprüfen Sie noch einmal den Überstand nach hinten und kennzeichnen den Baum, wenn nötig, mit Fahne und Lampe. Wichtig: Die Brems- und Rücklichter müssen auf jeden Fall sichtbar bleiben. Stimmt alles, kann die Fahrt losgehen.

Weihnachtsbaum-Transport auf dem Autodach

Genau wie beim Weihnachtsbaum-Transport im Wageninneren sind auf dem Autodach reißfeste Spanngurte eine Grundbedingung für die Ladungssicherung. Billige Gummi-Expander eignen sich nicht, außerdem dürfen die Gurte auf keinen Fall an den mitgelieferten dünnen Netzen des Christbaums befestigt sein. Crashtests des ADAC beweisen, dass eine schlecht verzurrte Tanne bei plötzlichem Bremsen blitzschnell zu einem Geschoss mit Geschwindigkeiten von bis zu 50 Stundenkilometern werden kann. Nehmen Sie die Ladungssicherung daher ernst. Idealerweise befestigen Sie die Tanne nicht direkt auf dem Dach, sondern auf einem Dachgepäckträger. Positionieren Sie den Baum mit der Spitze nach hinten auf dem Dach und befestigen Sie ihn an drei Stellen, eine davon am Stammende. Bei einem Ruckeltest sollte die Tanne höchstens ein paar Zentimeter Bewegungsfreiheit haben. Können Sie das gewährleisten, kann die Fahrt losgehen!

Aber Vorsicht: Während für den Überstand nach hinten die oben beschriebenen Regeln gelten, ist das Überragen des Fahrzeugs nach vorne oder zur Seite grundsätzlich verboten. Bei Verstößen müssen Sie mit Bußgeldern von bis zu 150 Euro rechnen, auch Punkte in Flensburg sind möglich.

Sauberkeit beim Weihnachtsbaum-Transport

Ist die Ladungssicherung gewährleistet, sollten Sie sich mit der Sauberkeit beim Transport beschäftigen. Wer den Rest des Advents nicht mit der Autoreinigung verbringen will, sorgt vor: Eine alte Decke oder ein Bettlaken fangen den gröbsten Schmutz ab. Zu empfehlen ist diese Maßnahme nicht nur für Autofahrer mit Putzfimmel: Nadeln und vor allem das aus dem Baum entweichende Harz sind schwer zu entfernen, wenn Sie sich einmal auf den Böden und Sitzbezügen verteilt haben. Da vollbringt eine untergelegte Decke Wunder. Sollten Sie den verwendeten Stoff nach dem Transport noch einmal verwenden wollen, bietet sich ein spezieller Harzreiniger für die Wäsche an.

Und auch beim Dachtransport, sollten Sie Ihr Fahrzeug schützen: Tragen Sie den Baum am besten zu zweit, sonst schrammen Äste und Nadeln unschön über den Lack. Je besser der Baum festgezurrt ist, desto kleiner ist das Risiko für Kratzer während der Fahrt.

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ist es riskant, einen Mietwagen zum Weihnachtsbaum-Transport zu benutzen: Hier ist penibel darauf zu achten, dass das Auto harz- und nadelfrei zurückgegeben wird. Ist Ihnen das zu heikel und das eigene Auto zu gut und teuer für eine solche Aktion, gibt es noch eine weitere Alternative: Bestellen Sie den Baum online und verfolgen Sie die Lieferung bequem vom Wohnzimmersessel aus. Wie auch immer Sie sich entscheiden, können Sie am Ende hoffentlich reuelos „O Tannenbaum“ anstimmen.