Der winterliche Autostart gleicht einem Feldmarsch: Dick eingepackt und mit Eiskratzer, Taumittel und dampfendem Atem bewaffnet, nehmen im Freien Parkende den Kampf gegen gefrorene Autoscheiben und eisige Innenräume auf. Gegen Ihr Bibbern haben wir die besten Tipps gesammelt: So wird Ihr Auto schnell warm und Sie können schnell starten.

So steigen Sie in ein warmes Auto ein

Haben Sie sich erstmal eine freie Sicht erkratzt, beschlägt die Windschutzscheibe sofort von innen, weil der Innenraum noch eisig kalt ist. Auch wenn Sie es eilig haben: fahren Sie nicht überstürzt und mit eingeschränkter Sicht los. Eine klare Sicht und angenehme Temperaturen sind nicht nur für Ihr eigenes Wohlbefinden ideal, sondern auch für Ihre Sicherheit. Fahren Sie sicher: Wir verraten Ihnen, wie Sie Ihren Wagen möglichst schnell und effizient beheizen. Denn dampfende Atemwölkchen, frierende Hände und eisige Füße sind nicht notwendig: Mit modernen Lüftungs- und Klimaanlagen schmelzen Sie Eis spielend leicht und heizen Ihren Wagen optimal.

  • Tipp: Die Defrost-Funktion einiger Automodelle ist im Winter perfekt. Beachten Sie die Informationen im Handbuch, da Sie durch falsches Heizen der Fahrzeugtechnik schaden könnten.

Darauf sollten Sie beim Heizen achten:

Stellen Sie bei kaltem Motor erst langsam auf die höchste Gebläsestufe, sonst zieht besonders bei älteren oder leistungsschwächeren Autos zu viel Wärme ins Innere. Der Motor ist jedoch kurz nach dem Start noch nicht so weit und braucht erst die Energie, um richtig auf Touren zu kommen.

  • Achtung: Wenn zu viel Wärme für das Heizen aus dem Motorraum abgeleitet wird, benötigt der Motor länger, um seine Betriebstemperatur zu erreichen. Das schadet dem Antrieb und er verschleißt schneller.

Bringen Sie nach der Defrost-Phase den Innenraum auf die sogenannte Wohlfühltemperatur. Da über die großen Glasflächen Ihres Autos Kälte strahlt, mögen wir es im Auto oft wärmer als in der Wohnung. Wir empfehlen dennoch eine Temperatur von 20 bis 21 Grad, damit Sie nicht schläfrig werden und sich während der Fahrt optimal konzentrieren können.

Wird Ihr Wagen trotzdem nicht warm? Häufig liegt das an einem defekten Thermostat. Wenn der Thermostat klemmt, fliest ständig Kühlwasser durch den großen Kühlkreislauf. So kann sich Ihr Auto nicht erwärmen.

  • Tipp: Weitere Informationen für Ihren Rundum-Sorglos-Wintercheck haben wir in diesem Blogbeitrag für Sie gesammelt. Lesen Sie unsere hilfreiche Checkliste und seien Sie für die Wintersaison gewappnet.

Sie wünschen sich eine schnelle Zusatzheizung? Dann sind Modelle, die in den Zigarettenanzünder-Anschluss passen ideal. Mit diesen Zusatzheizungen bringen Sie bei Bedarf mehr Wärme in Ihr Auto. Beachten Sie jedoch, dass viele Modelle eher leistungsschwach sind und die Leistungsfähigkeit der Batterie verringern. Auf mehr Leistung setzen Sie mit einer Innenraumheizung für Ihr Auto. Diese stecken Sie einfach an eine 220-Volt-Steckdose. Achtung: Benutzen Sie ausschließlich Heizungen mit Überhitzungsschutz.

Dann doch die dicke Winterjacke im Auto? Lieber nicht. Selbst wenn Sie eher eine Frostbeule sind, verzichten Sie im Auto auf dick gefütterte Winterjacken und greifen Sie eher zur dünneren Fleece-Variante: Die wattierten Wärmebringer behindern nämlich die optimale Funktion des Sicherheitsgurts. Denn der Gurt muss im Falle eines Falles erst die sogenannte Gurtlose – einen Leerweg – überwinden, bevor er den Angeschnallten sicher hält.

Freie Sicht: So bekommen Sie Ihre Scheiben eisfrei

Ziehen Sie angefrorene Wischblätter niemals mit Gewalt von der Scheibe ab, sonst können Sie die empfindlichen Wischlippen zerstören. Geben Sie etwas Frostschutzmittelkonzentrat auf die Wischer und lassen Sie das Mittel kurz einziehen – nun können Sie die Wischer problemlos anheben.

Vorsorgetipp: Klappen Sie die Wischer über Nacht von der Scheibe ab, so können diese erst gar nicht festfrieren.

Auch, wenn die Versuchung groß ist: Tauen Sie Scheiben nicht mit kochendem Wasser ab. Durch den Temperaturunterschied können im Glas gefährliche Spannungen entstehen, die sich im schlimmsten Fall in einem langen Riss entladen. Neben heißem Wasser sind Eiskratzer schlecht für die Windschutzscheibe. Denn beim Kratzen schieben Sie nicht nur Eiskristalle, sondern auch Schmutzpartikel über das Glas. Besonders harte Partikel können die Scheibe zerkratzen. Diese Mikrokratzer können auch gefährlich werden, wenn sie Streulicht und Blendung provozieren. Schonen Sie also lieber Ihre Windschutzscheibe, indem Sie diese mit einem Enteisungsspray behandeln. Entsprechende Mittel erhalten Sie im Zubehörhandel.

  • Tipp: Noch mehr Wintermythen und falsch verstandene Tipps haben wir hier für Sie zusammengestellt. Gehen Sie auf Nummer sicher, Weigl klärt für Sie die hartnäckigsten Gerüchte rund um Autos und Winter auf.

Setzen Sie sich warm: die Sitzheizung

Sitzheizungen sind im Winter ein Segen. Falls Ihr Wagen noch keine Sitzheizung hat, sind beheizbare Sitzbezüge eine gute Alternative.

Darauf sollten Sie bei Ihren beheizbaren Bezügen achten:

  • Passen die Bezüge auch zu Ihren Sitzen?
  • Lassen sich die Bezüge gut befestigen?
  • Verrutschen sie nicht?
  • Wie niedrig ist der Energieverbrauch?

Achtung: Zu große Bezüge rutschen leicht in den Fußraum und blockieren dort die Pedale.

Rundum warmer Innenraum: die Standheizung

Viele kennen es: Die Scheiben sind eingefroren, der Innenraum frostig … jetzt schnell den Motor im Leerlauf starten und warmlaufen lassen, während man flink die Scheiben vom Eis befreit. Dieses Warmlaufen ist jedoch gesetzlich untersagt, belastet die Umwelt und schädigt den Motor langfristig. Denn die Kaltstartphase verschleißt Ihren Motor und wird im Leerlauf verlängert. Die Lösung: Eine Standheizung. Mit einer Standheizung bringen Sie Ihr Auto punktgenau vor der Abfahrt auf Temperatur und haben praktisch keine Kaltstartphase mehr. Das kraftstoffbetriebene System der Standheizung wird an den Wasserkreislauf Ihres Wagens gekoppelt und löst gleich mehrere lästige Winterprobleme auf einmal.

Ihre Vorteile mit einer Standheizung:

  • Ihr Motor und der Innenraum werden vorgewärmt
  • das Eis auf den Scheiben wird abgetaut
  • Ihr Auto ist schnell warm und startklar, wenn die Reise losgehen soll

Praktisch: Aktivieren Sie Ihre Standheizung komfortabel per Zeitschaltuhr, Funk, SMS, oder sogar digital mit einer Smartphone-App.

Warmes Auto: Steigt der Spritverbrauch durch eine Standheizung? Verschiedene Kaltstart-Versuche bei minus 15 Grad Celsius zeigen, dass durch die Vorlaufzeit der Standheizung (Verbrauch: ca. 0,6 l/h) etwas mehr Kraftstoff verbraucht wird als ohne. Jedoch reduziert sich der Schadstoffausstoß. Größer gedacht: ein vorgewärmter Motor benötigt deutlich weniger Kraftstoff als ein kalter. So sparen Sie den zusätzlichen Sprit für den Betrieb der Standheizung wieder ein, da Ihr Motor optimal vorgewärmt ist. Auch für die Langlebigkeit Ihres Motors ist ein Standheizer ideal, weil dieser den Kaltstartverschleiß des Antriebs deutlich senkt.

Ihr warmes Auto: Zuheizer und Standheizung im Vergleich Sind die Außentemperaturen frostig und der Motor kalt, springt der Zuheizer automatisch an und bringt Ihr Fahrzeug möglichst schnell auf Betriebstemperatur. Nachteil: Während Standheizungen mit verschiedensten Bedienarten wie der Programmierung Ihrer Abfahrtszeit punkten, lassen sich Zuheizer nicht manuell einstellen.

Nun haben Sie alles für einen guten Start: freie Sicht, einen warmen Innenraum und einen gut vorgeheizten Motor. Damit der winterliche Ausflug auch nach dem Start kuschelig warm und sicher ist, sollten Sie Ihr Auto mit einer schneefallerprobten Winterausrüstung aufstocken: Besonders, wenn Sie eine längere Fahrt durch winterliche Gefilde oder in schneebedeckte Berglandschaften planen.

Unsere Tipps für Ihre Winterausrüstung:

  • Schneeketten für den ultimativen Halt, selbst in schwierigem Wintergelände
  • Taschenlampe für eine erhellte Sicht selbst bei winterlich-schnellen Sonnenuntergängen
  • Warme Decken und Getränke in einer Thermoskanne
  • Für alle Fälle: ein Kasten mit Ersatzlampen und Sicherungen
  • Sparen Sie sich das teure Frostschutzkonzentrat an Autobahntankstellen und stellen Sie sich ausreichend Frostschutzmittel für das Wischwasser bereit