Hätten Sie gewusst, dass Sie in Dänemark vor jeder Fahrt nach schlafenden Personen unter Ihrem Auto schauen müssen? Manche Verkehrsregeln aus dem europäischen Ausland sind so kurios, dass man unmöglich von selbst darauf kommt. Und schwupps hat man ein Bußgeld kassiert. Da ist es besser – und unterhaltsamer – man informiert sich im Vorhinein schon.

Verkehrsrecht im Ausland: Wie vorbereiten?

Ein einzelner Mensch kann unmöglich alle in ganz Europa geltenden Verkehrsregeln im Kopf behalten. Selbst wenn ein Großteil einander stark ähnelt und vieles selbstverständlich erscheint, Doch bei den meisten Ordnungswidrigkeiten, auch der Straßenverkehrsordnung, gilt: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.

Kuriose Verkehrsregeln aus Südeuropa

Der Sommerurlaub kann ganz schnell in Stress ausarten, wenn Sie unerwartet Verkehrsstrafen zahlen müssen. Folgendes ist in Südeuropa zu beachten.

Italien: Alkohol am Steuer ist hier keine Lappalie: Bei über 1,5 Promille droht Autofahrern (auch Urlaubern) die Zwangsversteigerung Ihres Fahrzeugs!

Frankreich: Wer bei der Geschwindigkeitskontrolle mit Blitzer-Warn-Apps auf Smartphone oder Navi schummelt, kann 1500 Euro Strafe kassieren.

Spanien: Nicht nur das Telefon am Ohr, auch In-Ear-Kopfhörer am Steuer sind streng verboten.

Skandinavien und Nordeuropa: Verrückte Verkehrsregeln

Neben dem Elch-Test haben Skandinavien und Nordeuropa Autofahrern noch mehr Kurioses zu bieten:

Dänemark: Mal eben schnell mit dem Auto in den Supermarkt? Nichts da! Vor der Fahrt muss der komplette Wagen auf Fahrtüchtigkeit hin geprüft werden. Interessanterweise gehört dazu auch, nachzusehen, ob jemand unter dem Auto schläft. Wie häufig Dänen dieser gefährlichen Angewohnheit nachgehen, ist unbekannt. Weniger verschroben ist das Gesetz, dass Fahrern mit mehr als 2 Promille im Blut die Zwangsversteigerung des Autos droht. Allerdings auch, wenn der Fahrer nicht der Fahrzeughalter ist. Mit dem Gesetz macht sich der Staat selbst ein Geschenk: Die Einnahmen der Versteigerung landen nämlich in der Staatskasse.

Norwegen: Rauchen gefährdet die Gesundheit: Deswegen ist es in Norwegen selbst im Auto in geschlossenen Ortschaften verboten.

Schweden: Kein (Park-)Platz für Langzeitparker: Maximal fünf aufeinanderfolgende Tage dürfen Sie hier an öffentlichen Straßen und Plätzen stehen.

England: Schrullig sind hier nicht nur die Verbote, sondern auch die Ausnahmen: Urinieren gegen den Hinterreifen des eigenen Autos ist erlaubt, sofern die rechte Hand am Wagen bleibt.

Island: Was uns kurios erscheint, ist vermutlich schlicht zweckdienlich: Es wird empfohlen, Mietwagen gegen Vulkanasche und Wind zu versichern.

Mitteleuropas kuriose Verkehrsregeln

Gerade in unserer unmittelbaren Umgebung sollten wir die Verkehrsregeln einigermaßen kennen – besonders die seltsamen unter ihnen.

Österreich: Wenn Sie ohne triftigen Grund bei Sachschaden die Polizei rufen, setzt es eine Geldstrafe. Und auch sonst gelten für die österreichischen Polizeibeamten besondere Regeln: Mit ihrem „geschulten Amtsauge“ ist es ihnen möglich, Geschwindigkeitsüberschreitungen von bis zu 30 Stundenkilometern anhand persönlichen Ermessens, also ohne technische Hilfsmittel, zu erkennen und zu ahnden.

Schweiz: Die Eidgenossen sind mit Rasern nicht zimperlich: Bei Geschwindigkeiten von über 100 Stundenkilometern innerorts muss man mit mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe rechnen.

Deutschland: Auch hierzulande gibt es so manches Kuriosum im StVG. Zum Beispiel darf man nackt fahren, aber nicht barfuß. Also nur, solange man mit seinem Anblick niemanden belästigt.

Verkehrsregeln in (Süd-)Osteuropa

Wer einen Road Trip nach Osteuropa macht, sollte sich gründlich in die jeweilige Paragraphen-Landschaft einlesen, denn auch hier gibt es einige Tücken zu beachten.

Griechenland: Der griechische Staat schützt die Lungen Minderjähriger: Wenn Kinder unter 12 an Bord sind, herrscht Rauchverbot. Bei der Parkplatzsuche in Athen und anderswo ist eine Sonderregelung zu beachten: Halteverbotsschilder gelten entweder für gerade oder ungerade Kalendertage und sind dementsprechend mit Zahlen gekennzeichnet.

Bosnien-Herzegowina: Zum Clubbing geht die Jugend hier besser zu Fuß. Führerscheinanfänger unter 23 Jahren dürfen zwischen 23 Uhr und 5 Uhr morgens nämlich nicht fahren.

Ungarn: Achtung beim Vignetten-Kauf! Ist die falsche Kennzeichen-Nummer auf der Autobahn-Vignette vermerkt, kostet die Reklamation ein hohes Bußgeld.

Slowenien: Vorsicht alle Ungeduldigen, die Haltepflicht gilt hier auch bei gelber Ampel. Wird das Bußgeld nicht sofort gezahlt, droht die Beschlagnahmung von Ausweis oder Fahrzeug, unter Umständen sogar Gefängnis.

Slowakei: Navigationsgeräte dürfen hier nur im linken unteren Bereich des Fensters befestigt werden.

Türkei: Egal, wie schmutzig Sie sich fühlen: Bei Einreise mit dem Auto zahlen Sie eine „Desinfektionsgebühr“ von bis zu zehn Euro.

Russland: Und auch in Russland wird auf Reinlichkeit geachtet: In der Hochburg der Dashcams droht Fahrern allzu schmutziger Autos ein Bußgeld von bis zu 200 Euro.