Glatteis-Gefahr! Das Manövrieren auf einer spiegelglatten Fahrbahn zählt zu den brenzligsten Situationen für Autofahrer. Dauerhafte Glätte oder – noch schlimmer – plötzlich auftauchendes Blitzeis können zu verheerenden Unfällen führen. Bei uns erfahren Sie, wie Sie am besten auf Glatteis reagieren.

Glatteis-Grundregeln

Die erste Regel für das Fahren bei Glatteis ist auch die einfachste: Fuß vom Gas! Drosseln Sie die Geschwindigkeit, sobald Sie das Eis bemerken. Bedienen Sie das Gaspedal nur sehr vorsichtig, um nicht ins Schleudern zu geraten. Bleiben Sie besonders wachsam: Lassen Sie sich nicht ablenken, ignorieren Sie die geplante Ankunftszeit und versuchen Sie sich ganz und gar auf die Straße zu konzentrieren. Achten Sie darauf, wie das Fahrzeug unter den gegebenen Bedingungen auf Sie anspricht und versuchen Sie ein Gefühl dafür zu gewinnen. Achtung! Das widerspricht Ihren Fahrgewohnheiten und erfordert höchste Konzentration.

Vermeiden Sie außerdem ruckartiges Lenken sowie unnötiges Überholen. Bei geringer Bodenhaftung verliert der Fahrer schnell das Gefühl über die aktuelle Reifenstellung. Ist diese zu steil, funktionieren selbst Sicherheitssysteme wie ABS und ESP nicht mehr richtig. Lenken Sie behutsam! Wenn Sie trotzdem ins Schleudern kommen, kuppeln Sie aus und versuchen Sie, schnell und gefühlvoll gegenzulenken. Wenn nichts mehr geht, hilft nur noch die Vollbremsung.

Gute Winterreifen retten Sie nicht vor der Glatteis-Gefahr. Die richtige Bereifung ist zwar unentbehrlich, reicht aber nicht als alleiniger Schutz aus. Entscheidend für Ihre Sicherheit bei glatter Fahrbahn ist Ihr Fahrstil – Winterreifen mit ausreichender Profiltiefe sind lediglich die Grundvoraussetzung dafür.

Anfahren bei Glätte

Wenn Sie auf glatter Fahrbahn anfahren wie gewohnt, kann es schnell passieren, dass die Räder durchdrehen und Sie nicht mehr vom Fleck kommen. Der Trick (aber auch die Herausforderung) ist gefühlvolles Anfahren im zweiten Gang, mit schleifender Kupplung. Das funktioniert oft besser als gedacht, denn stehende Reifen haben bei Glätte vergleichsweise viel Grip. Um diesen auch bei fahrendem Auto zu garantieren, sollten Sie schnell hochschalten und niedertourig fahren.

Festgefahren? Keine Panik. Einen Ausweg bietet das sogenannte Rausschaukeln, wobei man mit schnellem Treten der Kupplung zwischen Vorwärts- und Rückwärtsgang wechselt. Zur Unterstützung sind Anfahrhilfen unter den Antriebsrädern hilfreich, zum Beispiel Fußmatten, Pappe oder Sand. Steckt das Auto tief im Graben oder Schnee, ist es besser, Hilfe zu rufen, anstatt sich selbst an waghalsigen Rettungsaktionen zu versuchen.

Bremsen bei Glatteis

Die Bremsen sind bei Glätte Ihr Ein und Alles. Damit Sie sich an Ihre Funktionsweise bei schlechter Witterung gewöhnen, ist es ratsam, sie auf leerer, gerader Strecke vorsichtig zu testen. Denn das Bremsen bei Glatteis hat Tücken.

  • Ohne ABS bremsen Sie stotternd mit getretener Kupplung. Lenken Sie erst beim Lösen der Bremse, sonst blockieren die Räder.
  • Mit ABS ist eine Vollbremsung bei gleichzeitigem Lenken möglich, aber nicht immer klug. Wenn Sie abrupt bremsen müssen, dann drücken Sie das Gaspedal durch, selbst wenn die Bremse irritierende Geräusche von sich gibt.

Eigentlich eine Binsenweisheit: Der Bremsweg ist bei glatter Fahrbahn länger, bei schlechten Bedingungen sogar dreimal so lang wie gewöhnlich. Passen Sie dahingehend den Abstand zu Ihrem Vordermann an. Ideal sind mindestens sechs Fahrzeuglängen anstatt der herkömmlichen drei, um Auffahrunfälle zu vermeiden.

  • Tipp: Wenn die Kollision nicht mehr abzuwenden ist, lassen Sie den Fuß auf der Bremse. So nehmen Sie die Wucht aus dem Aufprall. Setzen Sie sich aufrecht, um Verletzungen vorzubeugen.

 

Tipps für glatte Bergstraßen

Besonders unangenehm ist Glatteis auf Bergstraßen. Ein Trick, um das Anfahren am Berg zu erleichtern, ist zusätzliches Gewicht auf der Antriebsachse. Das bedeutet eine leere Rückbank bei Frontantrieb, eine volle bei Heckantrieb. Der Wintermythos vom Sack Zement im Kofferraum ist nicht zu empfehlen, denn was Sie so an Stabilität gewinnen, zahlen Sie an Sprit drauf. Mit Allrad-Antrieb sind Sie hier stark im Vorteil.

Und noch ein Hinweis für Glätte auf Serpentinen: Schalten Sie das ESP aus. Wenn auch sonst unentbehrlich, ist das ESP auf Kurvenstrecken manchmal irreführend und kann Ihnen im Weg stehen.

Noch mehr Tipps

  • Viele Automobilclubs bieten Fahrsicherheitstrainings speziell für das Fahren auf Schnee und Glatteis an. Wenn Sie sich unsicher fühlen, ist das eine gute Gelegenheit, vor dem Ernstfall zu üben!

 

  • Unschlüssig, ob Ihre Reifen oder Bremsen dem rauen Winter standhalten? Mit einem Werkstatt-Termin bei Autohaus Weigl gehen Sie auf Nummer sicher. Gleich online vereinbaren!