Ihr Fernweh zieht Sie auf den australischen Kontinent? Wenn Sie die wilde Schönheit mit dem Auto erkunden wollen, dann packen Sie Ihren internationalen Führerschein ins Handgepäck, die Sonnencreme dazu und erschrecken Sie nicht vor den am Straßenrand schlummernden Kängurus. Wir verraten Ihnen, worauf Sie noch im Verkehr achten müssen.

Für Ihre Rundreise durch Australien gibt es einiges zu bedenken: Sie müssen sich zum Beispiel an das Fahren auf der für uns „falschen“ Seite der Straße gewöhnen und daher auch an die seitenverkehrte Anordnung von Steuer, Blinker und Scheibenwischer. Wenn Sie diese Herausforderung für Ihre Hand-Augen-Kombination überwunden haben, gilt es, diverse Verkehrsregeln und Eigenheiten zu beachten. Wir haben Ihnen die wichtigsten Fakten zusammengestellt.
Generell ist es besser, die Verkehrsregeln ernst zu nehmen. Denn die Strafen für Verkehrsverstöße sind ziemlich hoch. Geschwindigkeitsüberschreitungen, unerlaubtes Überholen, Falschparken oder gar Übernachten an verbotenen Plätzen lassen die Reisekassen schnell um einige hundert Doller schrumpfen. Leben Sie also auch im Straßenverkehr lieber die gelassene „No worries“-Mentalität der Aussies und lassen Sie es ruhig angehen. Denn einen australischen Roadtrain kann man eh nicht überholen, bleiben Sie lieber hinter dem Lastwagen mit den vielen Anhängern und genießen Sie die endlosen Weiten Australiens.

Australischer Roadtrain

Einen australischen Roadtrain sollten Sie ohnehin nicht überholen.

Diese besonderen Kenntnisse brauchen Sie für das Fahren in Australien

Am wichtigsten für Ihre Tour ist ein Original-Führerschein. Haben Sie keinen englischen, benötigen Sie eine beglaubigte Übersetzung oder alternativ einen internationalen Führerschein.

Achtung: Sie benötigen beide Dokumente: das Original und die Übersetzung!

Einen Fahrzeugbrief benötigen Sie hingegen nicht. Hierfür haben die Australier einen Aufkleber auf Ihrer Windschutzscheibe. Mithilfe dieses Aufklebers kann die Polizei den Fahrzeughalter ermitteln. Sie müssen im Urlaub also nicht auf Papiere achten: Ihr Mietwagen ist immer auf den Vermieter registriert.

Was ist wichtig für Ihre Fahrt? Anschnallen! Denn in ganz Australien herrscht Anschnallpflicht – auch in Bussen. Zuwiderhandlungen werden schnell teuer: Sind Sie nicht angeschnallt müssen Sie mit einer Strafe von $325,00 (ca. 208 €) rechnen. Diese Strafe wird umso höher, je mehr Mitfahrer ebenfalls auf die Sicherheit eines Gurtes verzichten. Fahren Sie also zu Dritt unangeschnallt, wird die Reisekasse um $650,00 erleichtert.

Auch sonst ist in Australien Ihre Konzentration gefragt: Linksverkehr, weite Distanzen, die es zu überwinden gilt und häufiger Wildwechsel. Beachten Sie, dass die Entfernungen zwischen den Großstädten oft im hohen dreistelligen Bereich sind. Auch gibt es hier deutlich mehr Kontrollen auf den teilweise unbefestigten Straßen.

Hinweis: Wählen Sie bei Ihrem Mietwagen einen geländegängigen Wagen und lassen Sie sich bei der Versicherung beraten.

Gewöhnungsbedürftig sind auch die Schalter für Blinker und Scheibenwischer: nämlich genau gegensätzlich zur gewohnten, europäischen Seite. Den Blinker finden Sie auf der rechten Seite des Lenkrads, den Scheibenwischer hingegen links.

Gas- und Bremspedal sind jedoch nicht vertauscht. So befinden sich Gas- und Bremspedal sowie die Kupplung in der gewohnten Reihenfolge. Der einzige Unterschied: natürlich sind die Pedale auf der rechten Seite angebracht.

Licht an oder aus? Sie sind nicht verpflichtet, das Licht in Ihrem Wagen einzuschalten. Verhalten Sie sich einfach wie in heimischen Gefilden: Licht an bei Dämmerung, Nebel oder Dunkelheit. Ansonsten: Licht aus.

Sicherheitshinweis: Bei weißen Autos empfehlen wir, auch am Tag mit Licht zu fahren, da Ihr Auto so besser sichtbar ist.

Warnschild "Känguru" an einer australischen Straße

Danger, kangaroos crossing!

 

Wildwechsel in der Dämmerung oder Dunkelheit. Im Morgengrauen oder der Abenddämmerung überqueren vermehrt Wildtiere wie Kängurus und Wombats die Straßen. Die sind zwar niedlich, aber viele Versicherungen zahlen im Falle eines Unfalls nicht den verursachten Schaden. Also lieber das Auto in der Dämmerung stehen lassen und die Tour ausgeruht am nächsten Tag fortsetzen.

Fun Fact: Wollen Sie zufällig Heu transportieren? Dann tun Sie das am besten mit einem Taxi, denn in Down Under ist es verboten, Heu im Kofferraum mit dem eigenen Wagen zu befördern.

Plaketten zeigen die Fahrerfahrung

Hat der Fahrer vor Ihnen ein „P“ an seinem Wagen angebracht, dann heißt das etwa nicht: dieser Wagen darf frei parken, sondern zeigt die Fahrerfahrung Ihres Vordermanns. Gut sichtlich sind die Plaketten in der Windschutz- und der Heckschutzscheibe anzubringen. Die Plaketten gibt es in verschiedenen Farben, die das jeweilige Level von Anfänger bis zum erfolgreichen Überstehen der Probezeit anzeigen.

Australische Plakettenampel, welche Farbe bedeutet was: 

  • Gelb = Plakette für Fahrschüler
  • Rot = Fahrer hat die Fahrprüfung bestanden + während des 1. Jahres der Probezeit
  • Grün = Plakette für die weiteren drei Jahre der vierjährigen Probezeit
Nach der vierjährigen Probezeit benötigen die australischen Autofahrer keine Plakette mehr.

 

Welche Geschwindigkeitsbegrenzungen gibt es in Australien?

Innerhalb der Städte und Ortschaften gilt ein allgemeines Tempolimit von 50 – 60 km/h.

Ausnahmen: In Schulzonen und Wohnstraßen dürfen Sie nur maximal 30 – 40 km/h fahren.

Außerhalb der Städte auf den Highways dürfen Sie Gas geben – das Tempolimit ist hier 100 – 110 km/h. Highways sind jedoch nicht mit unseren Autobahnen vergleichbar: Die Lebensadern des australischen Straßensystems umfassen ein Spektrum von zweispurigen Beton- bis schmalen Schotterstraßen – die sogenannten Gravel oder Unsealed Roads. Nur 1/3 der 913.000 australischen Straßenkilometer sind befestigt. Die Gravel Roads sollten Sie nur mit einem verlässlichen Vierradantrieb befahren.

Tipp: Bereiten Sie sich perfekt auf Ihre Tour durchs Outback vor – mit einem BMW-Allradantrieb. Wir haben Ihnen die wichtigsten Informationen zusammengesucht: https://www.autohaus-weigl.de/bmw-xdrive/.

Hin und wieder gibt es entlang der Highways eine schmale Standstreifen-Spur. Achten Sie also beim Überholmanöver besonders auf die Gegenfahrbahn. Selten sind die Highways mehrspurig, dann ordnen Sie sich in der linken Spur ein und überholen auf der rechten.

Ausnahme: Im Northern Territory liegt die Höchstgeschwindigkeit bei 130 km/h.

Wie hoch sind die Strafen bei Verkehrsdelikten in Australien?

Die Bundesstaaten haben abweichende Strafkataloge für Verkehrsdelikte, also können wir Ihnen hier nur eine ungefähre Angabe zeigen:

  • Überschreitung bis zu 10 km/h: $114,00 (ca. 70 €)
  • Überschreitung bis zu 20 km/h: $265,00 (ca. 170 €)
  • Überschreitung bis zu 30 km/h: $455,00 (ca. 290 €)
  • Überschreitung bis zu 45 km/h: $872,00 (ca. 560 €)
  • Überschreitung mehr als 45 km/h: $2.350,00 (ca. 1.500 €)

In Australien gibt es sehr viele Blitzer, die sogenannten „Speed Cameras“ – stationär und mobil. Bei mobilen Blitzern müssen Sie auch damit rechnen, Ihre Geldbörse sofort zücken zu müssen.

Achtung: Während die Kulanz der Ordnungshüter eher gering ist, sind die Strafen für Geschwindigkeitsüberschreitungen eher als hoch zu beschreiben.

Ferienzeiten und Feiertage treiben die Strafen und die entsprechende Polizeipräsenz sogar in die Höhe.

Mit welchen Arten von Benzin tanken Sie in Down Under?

Wie in Deutschland gibt es auch in Australien verschiedene Spritarten:

  • Unleaded oder Unleaded 91/ Unleaded 95 oder Premium Fuel = Bleifrei (in Unleaded 91 kann bis zu 10 % Ethanol enthalten sein
  • Opal Fuel = Diesel
  • LPG = Autogas
Lassen Sie sich nicht von den vergleichsweise günstig klingenden Benzinpreisen täuschen. Sie werden schließlich viel mehr Benzin brauchen als in Deutschland, denn die Städte in Australien liegen nicht so dicht beieinander. Vielmehr sollten Sie mit ein paar hundert oder gar tausend Kilometern pro Strecke rechnen. Diese Entfernungen zeigen sich natürlich auch im Benzinverbrauch. Je abgelegener das Gebiet ist, desto seltener werden Tankstellen und desto höher werden auch die Benzinpreise.

Spartipp: Nicht nur sicherer, sondern auch günstiger ist es, einen Benzinkanister als Reserve mit auf Tour zu nehmen.

Mautstraßen in Australien

Mautstraßen gibt es vorrangig in großen Städten wie Melbourne, Sidney oder Brisbane – besonders die Highways von den Flughäfen in die Innenstadt sind kostenpflichtig.

Achtung: Viele Mautstraßen werden elektronisch betrieben und können daher nicht bar bezahlt werden. Besorgen Sie sich für diese „Toll Roads“ vor Ihrer Fahrt einen E-Toll-Pass. Hierfür registrieren Sie sich online bei der zuständigen Mautbehörde. Mit einem E-Toll-Pass können Sie die Straße im bezahlten Zeitraum beliebig oft befahren. Sie können auch die Mautstelle telefonisch erreichen: Halten Sie dann Ihre Kreditkartendaten und Ihr Autokennzeichen bereit.

Wichtig: Da jeder Bundesstaat seine eigene Mautbehörde hat, gibt es leider keinen australienweit gültigen Mautpass.

Strafen: Werden Sie ohne Ticket registriert, bekommt der Fahrzeughalter innerhalb weniger Tage einen Bußgeldbescheid zugestellt. Haben Sie den Wagen gemietet, erhält der Vermieter diesen Bescheid. Die Rechnung wird anschließend inklusive einer Bearbeitungsgebühr an Sie weitergeleitet.

Die Mautstraßen werden elektronisch betrieben, sodass der Kunde hier nicht in bar bezahlen kann. Über verschiedene Mautpass-Anbieter kann der Fahrer sich bequem online für die Benutzung der Toll Roads anmelden.

Ungewohnte Verkehrsregeln und Schilder

Für die australischen Verkehrsregeln müssen Sie sich kaum umstellen, denn diese sind nahezu identisch mit den deutschen. Nur einige Verkehrsschilder sind Neuland für europäische Autofahrer. Aber keine Sorge, der Sinn erschließt sich meist leicht durch die Piktogramme. Statt auf springende Rehe müssen Sie in Australien eben auf Kängurus achten, die die Straße überqueren wollen.

Besonderheit beim Abbiegen in Melbourne, Victoria: der sogenannte „Hook Turn“. Diesen Hook Turn gibt es vorrangig in der Innenstadt, und zwar, wenn eine Straßenbahnlinie die Straße kreuzt. Ein besonderes Schild an der Kreuzung zeigt Ihnen den „Hook Turn“ an.

Achtung: Ordnen Sie sich in der äußerst links liegenden Spur ein und keinesfalls in der rechten Spur, wenn Sie nach rechts abbiegen wollen.

Achten Sie besonders sorgfältig auf den Verkehr. Springt die Ampel auf Grün, fahren Sie gerade auf die linke Seite der Kreuzung hinauf. Bis an den Punkt, von dem aus Sie bequem in die neue Spur einbiegen können. Ist die Straße frei von Gegenverkehr oder zeigt die Ampel rot, können Sie in die gewünschte Spur einbiegen.

„DIP“ oder „CREST“ Straßenschilder: Während das Straßenschild „DIP“ vor starken Senken warnt, weist „CREST“ vor Anhöhen. Überholen Sie vor Anhöhen nicht, denn der Gegenverkehr ist hier nicht einsehbar.

Besondere Vorfahrtsregeln und Verhalten im Kreisverkehr

Wie in Deutschland gilt auch in Australien: Rechts-vor-Links. Außerdem dürfen auch hier Fahrzeuge auf der durchgehenden Straße vor den Fahrzeugen auf der Einmündung fahren.

Allerdings gibt es in Australien weitaus mehr Kreisverkehre, über die sich der Verkehr regelt. Auch hier wird links gefahren: Fahren Sie also im Uhrzeigersinn in den Kreisverkehr hinein. Mit dem Blinker zeigen Sie beim Einfahren die bevorstehende Ausfahrt an. Sind Sie erstmal im Kreisel – haben Sie Vorfahrt vor dem zufließenden Verkehr.

Achtung vor Flugzeugen auf Ihrer Route

Lassen Sie sich nicht von lauten Motorengeräuschen im Outback verunsichern: Im Hinterland dienen die Straßen häufig auch als Landebahnen für die fliegenden Ärzte oder auch Postboten. Falls Sie ein solches Straßenschild sehen, dann nehmen Sie es ernst: denn das Flugzeug hat immer Vorfahrt.

Hinweis: Auch Züge haben natürlich mehr Kraft als Ihr Wagen. In Großstädten sind die Schienenübergänge mit Schranken gesichert – im Landesinneren eher selten. Lediglich Warnschilder zeigen den gelegentlichen Bahnverkehr an. Also auch hier: Vorsicht.

Wir wünschen Ihnen eine gute Fahrt und viel Spaß bei den Aussies!