Oh nein, falsch getankt! Das geht schneller, als man denkt. Bei schier endlos aneinandergereihten Zapfsäulen mit kryptischen Namen wie V-Power, Excellium oder Ultimate ist das kein Wunder. Aber nicht jede Falschbetankung ist eine Katastrophe. Wir erklären, wie Sie retten, was Sie verzapft haben.

Benzin statt Diesel getankt?

Ist das schlimm? Ja, ist es.

Was sind mögliche Folgen? Motorschäden von mehreren Tausend Euro. Und das trägt noch nicht einmal die Versicherung.

Was nun? Selbst bei kleinen Mengen Benzin im Dieseltank sollten Sie den Motor nicht mehr anlassen bzw. ausschalten und stehen bleiben. Schauen Sie als Nächstes in der Betriebsanleitung Ihres Fahrzeugs nach: Bei einigen älteren Dieselfahrzeugen sind wenige Liter Benzin verkraftbar. Ist das nicht der Fall oder haben sie vollgetankt, brauchen Sie vermutlich einen Pannendienst.

Gehen Sie auch bei jüngeren Dieselfahrzeugen (mit Common-Rail- und Pumpe-Düse-Triebwerken) nach Herstellerangabe vor. Wenn Sie Glück haben und der Motor noch nicht mit falschem Sprit gestartet wurde, reicht manchmal schon das Abpumpen. Wenn doch, ist der Schaden groß: Schlimmstenfalls müssen Einspritzsystem und Pumpe komplett ausgetauscht werden – auch dann, wenn der Motor nur kurz an war.

Diesel statt Benzin getankt? 

Ist das schlimm? Unter Umständen.

Was sind mögliche Folgen? Möglicherweise ein kleinerer Motorschaden. 

Was nun? Lassen Sie den Motor nicht mehr an bzw. schalten Sie ihn aus und halten Sie an. Ein Blick in die Anleitung verrät meist, welche Folgen Ihr Irrtum hat. Wenn nicht, wissen Sie nach einem Anruf in der Werkstatt mehr. In der Regel muss der Tank ausgepumpt werden. In Ausnahmefällen dürfen Sie vorsichtig weiterfahren. Wenn Sie Pech haben, hat die Einspritzanlage Schaden genommen und Ihr Auto muss in die Werkstatt.

Gerd Tauche | Mechaniker

Sie haben Ihr Auto falsch betankt und brauchen Hilfe? Unser Werkstatt-Team ist gerne für Sie da, berät Sie kompetent und hilft Ihnen aus jeder misslichen Lage.

Gerd Tauche | Mechaniker | Tel.: 0 34 43 / 4 61 00
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Benzin E10 statt Benzin E5 getankt?

Ist das schlimm? Teils – teils.

Was sind mögliche Folgen? Bei bestimmten Fahrzeugen ein ernster Motorschaden. 

Was nun? Prüfen Sie als Erstes, ob Ihr Fahrzeugtyp durch die Verwechslung gefährdet ist: Das erfahren Sie in den Hinweisen des Fahrzeugherstellers. Bei Warnungen vom Hersteller sollten Sie einen Pannendienst rufen. Bei vielen anderen Modellen ist die Verwechslung unbedenklich. In diesem Fall reicht es, den Tank mit Super Plus (oder einem anderen Ethanol-armen Benzin) zu füllen, um ein akzeptables Mischverhältnis herzustellen. Wenn Sie randvoll getankt haben, müssen Sie jedoch abpumpen.

Normalbenzin statt Super (Plus) getankt? 

Ist das schlimm? Eigentlich nicht.

Was sind mögliche Folgen? Eine verminderte Leistung bei der Weiterfahrt.

Was nun? Motor aus und in der Anleitung nachsehen. Wenn Sie von Höchstgeschwindigkeiten und steilen Anfahrten absehen, müssen Sie das Normalbenzin nicht abpumpen und können bei moderater Geschwindigkeit weiterfahren. Trotzdem sollten Sie bald mit Super nachtanken.

Stoff X statt Sprit getankt?

Es passiert nicht oft, aber es kommt vor: Nichtsahnende Autofahrer befüllen ihren Tank mit unbeschrifteten Kanistern, die mit allem außer Sprit gefüllt sind. Von explosivem Wasserstoffperoxid bis vergleichsweise harmlosem Wasser ist alles schon vorgekommen. Sollten Sie einmal in diese missliche Lage geraten, dann lassen Sie Vorsicht walten: Der Motor bleibt bei Zweifeln aus!

Falschbetankung vorbeugen

Nein, Sie müssen nicht alle auf Kraftstoff aus der Steckdose umsteigen – gute Kenntnis des fahrbaren Untersatzes und Aufmerksamkeit beim Tanken reichen aus, um Verwechslungen zu vermeiden. Wenn Ihnen zum Beispiel bei einem Mietwagen Zweifel an der Zapfsäule kommen, lohnt es sich immer, zur Sicherheit Tankdeckel oder Betriebsanleitung zu überprüfen. Beim Tanken aus Ersatzkanistern ist immer Vorsicht geboten: Achten Sie ganz genau drauf, was Sie in Ihren Tank füllen. Sonst wird es vielleicht teuer für Sie.

Und wenn es doch mal schiefgeht, stehen wir Ihnen in der Weigl-Werkstatt mit unserem Fachwissen immer zur Verfügung. Wir helfen gerne weiter: Dumme Fragen gibt es nicht. Und wenn es schon zu spät ist, gibt es immer noch unseren Pannendienst.