Welche Aufgaben kommen nach einem Unfall auf Sie zu, wenn der erste Schock nachlässt? Die Vorbereitung ist entscheidend: Wir geben Ihnen einige einfache Ratschläge mit auf den Weg, die Sie im Wirbel der Situation beachten sollten. Die wichtigste Faustregel merken Sie sich mit drei Buchstaben: AWH.

Faustregel: Anhalten, Warnen, Helfen

Selbst im Schockzustand sollten Sie diese drei Begriffe immer im Kopf behalten. Sie bilden das Einmaleins des Verhaltens nach einem Unfall. Hangeln Sie sich daran entlang und bleiben Sie ruhig, um die Situation gut zu überstehen.

Schritt 1: Anhalten

Ganz einfach: Wer bei einem Unfall nicht anhält, begeht Fahrerflucht. Es ist nur verständlich, Angst vor einer solchen Extremsituation zu haben. Aber geben Sie dem Impuls nicht nach: Ihre Hilfe ist für andere vielleicht lebensnotwendig. Und bei kleineren Unfällen haben Sie ohnehin nichts zu befürchten.

Ein stark beschädigtes Fahrzeug sollten Sie so schnell wie möglich auf der Fahrbahn zum Halten bringen, bei geringfügigen Schäden können Sie es und sich aus der Gefahrenzone auf den Seitenstreifen evakuieren. Aber Vorsicht: Fahren Sie unter keinen Umständen mit einem beschädigten oder gar brennenden Auto weiter! Sind Sie sicher geparkt, geht es mit dem nächsten Schritt weiter.

Schritt 2: Warnen

Im nächsten Schritt verhindern Sie, dass der Unfall weitere Kreise zieht und schlimmstenfalls sogar die gesamte Straße mit einem Auffahrunfall lahmlegt. Zuallererst schalten Sie deswegen den Warnblinker an, um anderen Fahrzeugen Ihre Notlage mitzuteilen. Bevor Sie das Auto verlassen, sollten Sie (und alle anderen Insassen) außerdem zum eigenen Schutz Warnwesten überziehen. Nachts oder bei schlechter Sicht müssen Sie für ausreichende Lichtverhältnisse am Unfallort sorgen, etwa mit eingeschaltetem Standlicht.

Danach steigen Sie vorsichtig aus, um die Warndreiecke aufzustellen. Die Entfernung dieser zur Unfallstelle hängt von der Art der Straße ab: In der Innenstadt sind 50 m Abstand ausreichend, auf der Landstraße 100 m und auf der Autobahn 200 m – nach Möglichkeit jedoch immer vor Kurven, Hügeln oder anderen Sichthindernissen. Bitten Sie andere Verkehrsteilnehmer bei der Absicherung um Hilfe, wenn das Ausmaß für Sie unüberschaubar ist. Sobald die Unfallstelle abgesichert ist, widmen Sie sich im nächsten Schritt den Unfallopfern.

Sergej Shirnow | Spengler

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Schritt 3: Helfen

Schnelle Hilfe für Verletzte liegt vor Eintreffen des Rettungswagens in Ihrer Verantwortung. Haben Sie keine Angst und verlassen Sie sich auf Ihre Instinkte und das Wissen aus Ihrem letzten Erste-Hilfe-Kurs. Sofortiges Handeln ist manchmal wichtiger als Fachwissen.

Ihre erste Pflicht ist es, mögliche Verletzte zu finden und aus der Gefahrenzone zu befreien. Selbstlose Rettungsaktionen sind nicht das Ideal: Achten Sie beim Retten Dritter auch auf Ihre eigene Sicherheit. Wenn Sie zum Beispiel bei einem Rettungsversuch bewusstlos werden, ist damit auch niemandem gedient, da dann niemand mehr Hilfe rufen kann. Passen Sie auf Brandherde und laufende Motoren auf und halten Sie für den Fall einen Feuerlöscher bereit. Wenn Sie einen Verletzten aus einem Fahrzeug bergen, sollten Sie parallel dazu versuchen, das Bewusstsein fest- bzw. wiederherzustellen. Prüfen Sie als Nächstes, ob Gliedmaßen eingeklemmt sind und ob der Verletzte bewegt werden kann.

Bringen Sie den Verletzten nach Möglichkeit vorsichtig in Sicherheit und rufen Sie schnellstmöglich 112, um Ihre Situation und Position durchzugeben. Sollte kein Handy zur Hand sein, bietet sich die Notrufsäule an. Nach Verständigung des Notrufs ergreifen Sie alle weiteren notwendigen Erste-Hilfe-Maßnahmen. Gegebenenfalls liegt es in Ihrer Verantwortung, Aufgaben an weitere Anwesende am Unfallort zu delegieren. Das oberste Gebot ist immer die Dringlichkeit. Erst wenn alle Verletzten versorgt sind, können Sie sich um die Formalitäten der Unfallabwicklung kümmern.

Nächste Schritte nach einem Unfall

Am Unfallort sind die Erinnerungen aller Beteiligten noch frisch und die Schäden gut sichtbar – diese Gelegenheit sollten Sie nutzen, um die Unfallmeldung vorzubereiten. Verständigen Sie sich mit allen Beteiligten und einigen Sie sich über die Schuldfrage. Lassen Sie sich die Ausweispapiere zeigen und notieren Sie Kennzeichen, Anschrift sowie Versicherungsdetails, fotografieren Sie diese ggf. ab. Ebenfalls dokumentieren sollten Sie Ort, Zeit und Schaden des Unfalls, nach Möglichkeit auch fotografisch.

Im Nachhinein lohnt es sich, die Beschädigung aller beteiligten Fahrzeuge, Unfallspuren auf der Fahrbahn und die örtlichen Gegebenheiten in Bild festzuhalten, auch eine Unfallskizze erweist sich oft als sinnvoll. Vergessen Sie nicht, die Kontaktdetails möglicher Zeugen zu notieren.

Wenn alle Formalien geregelt sind und Sie die Fahrtüchtigkeit Ihres Fahrzeugs zur Weiterfahrt geprüft bzw. eine andere Mitfahrgelegenheit organisiert haben, müssen Sie nur noch die Unfallstelle räumen: Säubern Sie den Unfallort und sammeln Sie Ihre Warndreiecke wieder ein. Als letzter Schritt fehlt dann nur noch die Schadensmeldung beim Versicherer.

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