Unfälle zwischen PKW und Zügen sind selten, haben aber meist schreckliche Folgen. Grund für uns, auf das richtige Verhalten an Bahnübergängen hinzuweisen!

Die Bahn hat immer Vorrang!

An Bahnübergängen treffen sehr unterschiedliche Verkehrssysteme aufeinander: Der Individualverkehr (Pkw, LKW, Motorräder, Radfahrer und Fußgänger) sowie der Schienenverkehr mit Güter- und Personenzügen. Da Züge einen sehr langen Bremsweg haben – bei 100 km/h etwa 1000 Meter Bremsweg – gilt: Die Bahn hat immer Vorrang! Dennoch ereignen sich in Deutschland jedes Jahr rund 200 Unfälle an Bahnübergängen. Etwa jeder vierte endet tödlich, 90% werden durch vermeidbares Fehlverhalten der Verkehrsteilnehmer ausgelöst. Deshalb gelten an Bahnübergängen bestimmte Verhaltensregeln, die unbedingt beachtet werden müssen.

Vollschranken retten Leben

Bahnübergänge an Hauptstraßen sind meist durch Schranken oder Halbschranken technisch gesichert. Hier sollte niemand auf die Idee kommen, bei sich schließenden Schranken und aufleuchtendem Blinklicht oder durch Umfahren der Halbschranken noch schnell den Bahnübergang zu queren. Keine gewonnene Minute ist so wertvoll wie das eigene Leben! An technisch gesicherten Bahnübergängen mit Vollschranken ereignen sich allerdings nur 3% der Unfälle.

Verkehrszeichen kennen und richtig interpretieren

39 % der Bahnübergänge sind nicht technisch gesichert – es handelt sich dabei meist um Kreuzungen zwischen Schienen und Nebenstraßen, Wirtschafts- oder Feldwegen. Direkt am Bahnübergang signalisiert das Andreaskreuz den Vorrang des Schienenverkehrs – weiß-rote Baken stehen in 80m, 160m und 240m Entfernung, das Verkehrszeichen „Bahnübergang“ kündigt den Übergang in weiterer Entfernung an.

Langsam, bremsbereit, aufmerksam

An unbeschrankten Bahnübergängen ist höchste Vorsicht geboten: Auf gar keinen Fall darf hier überholt werden (auch der langsamste Traktor nicht)! Nähern Sie sich dem Bahnübergang langsam und jederzeit bremsbereit. Um eventuell abgegebene akustische Signale nicht zu überhören, sollten Sie das Radio leise stellen. Auf Ihr Gehör dürfen Sie sich allerdings nicht ausschließlich verlassen, da moderne Züge mittlerweile sehr leise sind.

Überblicken Sie die Bahnstrecke in beide Richtungen und überqueren Sie die Schienen nur, wenn kein Zug in Sicht ist! Stellen Sie außerdem sicher, dass Ihnen kein Fahrzeug entgegen kommt, dem Sie auf dem Bahnübergang ausweichen müssten – gewähren Sie einem entgegenkommenden Fahrzeug lieber Vorrang und beharren Sie nicht auf Ihrem Recht. Halten auf einem Bahnübergang kann lebensgefährlich sein!

Problemfeld Blinklicht

Der ADAC macht darauf aufmerksam, dass vor allem an unbeschrankten Bahnübergängen mit Blinklichtanlage überproportional häufig Unfälle passieren. Grund hierfür ist, dass Autofahrer ein Blinklicht als Warnzeichen, ähnlich der Gelbphase bei einer Ampel, interpretieren. Ein rotes Lichtzeichen oder Blinklichter an einem Bahnübergang bedeuten allerdings immer: ANHALTEN! Dies gilt auch, wenn die Schranken noch nicht geschlossen sind oder sich schon wieder geöffnet haben – fahren dürfen Sie erst, wenn auch das Lichtzeichen erloschen ist!

Menschenleben geht vor Sachschaden

Im unwahrscheinlichen Fall, dass Sie eine Autopanne auf einem Bahnübergang erleiden und sich das Fahrzeug nicht mehr bewegen lässt, gilt: Steigen Sie aus und verlassen Sie den Bahnübergang! Informieren Sie Polizei und Feuerwehr, die die Steuerzentrale und die Notfallleitstelle kontaktieren werden. Versuchen Sie in keinem Fall, das Auto auf eigene Faust zu entfernen – der entstehende Sachschaden ist es nicht wert, Ihr Leben zu riskieren!