Mit safaritauglichen Regenwäldern und blendend weißen Palmenstränden kann Deutschland zwar nicht dienen, aber es gibt eine andere Touristenattraktion, die auch im Ausland überaus beliebt ist: die romantische Straße. Doch was macht die Faszination dieser Ferienstraße aus?

Gegründet wurde die Romantische Straße aus einem ebenso traurigen wie hoffnungsvollen Grund. Man schrieb das Jahr 1950, Deutschland hatte den Zweiten Weltkrieg verschuldet und war in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Europa und der Rest der Welt standen Deutschland misstrauisch gegenüber und auch wirtschaftlich sah es alles andere als rosig aus. Eine Ferienstraße ins Leben zu rufen, ist in einer solchen Situation vielleicht nicht die offensichtlichste Lösung, aber die Gründer wollten Deutschland wieder zum attraktiven Urlaubsland machen. Sie wollten zeigen, dass die deutsche Bevölkerung keine Kriegsnation war und dass unter dem schwarzen Schleier des Terrors ein Land versteckt lag, dessen Schönheit die Welt wieder sehen sollte.

So entstand eine 413 Kilometer lange Ferienstraße, die vom Main bis zu den Alpen, von Würzburg bis nach Füssen führt. Entlang der Strecke finden sich zahlreiche reizvolle Kleinstädte mit historischen Stadtkernen, dazu landschaftliche Schönheiten und Highlights wie das Schloss Neuschwanstein.

Die Route der Romantischen Straße

Die romantische Reise durch Süddeutschland beginnt in Würzburg. Schon diese Stadt, die reizvoll vom Main durchflossen wird, lohnt einen Besuch. In der Universitätsstadt können Sie unter anderem die Würzburger Residenz besichtigen, in der auch das größte Gemälde der Welt zu finden ist: ein Deckenfresko von Giovanni Battista Tiepolo.

Weiter geht es nach Rothenburg ob der Tauber. Ihre mittelalterliche Erscheinung hat dieser reizvollen Stadt den Ruf eines Gesamtkunstwerkes eingetragen. Sie können auf den Wehrgängen der Stadtmauer spazieren gehen und die Aussicht genießen. Außerdem gibt es zahlreiche Museen und Kirchen zu besichtigen. Aber schon ein Gang durch die Altstadt wird Ihnen das Gefühl geben, in eine andere Welt geraten zu sein.

Die nächste größere Station der Romantischen Straße ist Augsburg, die zweitälteste Stadt Deutschlands. Auch hier erwartet Sie eine zauberhafte Altstadt mit barocken Palästen und vornehmen Bürgerhäusern. Wenn Sie auf Ihrer Reise einen längeren Aufenthalt einlegen möchten, eignet sich Augsburg sehr gut dafür, denn ein Tag wird wahrscheinlich nicht ausreichen, um diese Stadt zu erkunden. Auch ein Theaterbesuch würde sich hier anbieten.

Aber genug von Städten und Mauern. Wenn Sie der Romantischen Straße weiter folgen, gelangen Sie direkt in den Lechrain, eine reizvolle Landschaft zwischen dem Fluss Lech und den Alpen. Unter anderem in Steingaden lohnt sich ein Zwischenstopp, um die berühmte Wieskirche im Rokokostil zu besichtigen. Der Eintritt ist frei.

Einen weiteren Zwischenstopp lohnt Schwangau. Im Dorf selbst finden Sie die königliche Kristall-Therme und die Tegelbergbahn, in der Umgebung laden zahlreiche Wanderwege dazu ein, das Auto einfach mal stehen zu lassen. Höhepunkt der Umgebung ist allerdings Schloss Neuschwanstein. Das märchenhafte Schloss liegt hoch über der Schlucht des Pöllatfelsens.

Schließlich gelangen Sie nach Füssen. In der höchstgelegenen Stadt Bayerns endet die Romantische Straße. Wer noch nicht genug bekommen hat von mittelalterlichen Stadtkernen, hat hier noch einmal die Gelegenheit zum Schauen, mit dem Bonus der spektakulären Alpenkulisse. Von hier aus bietet sich auch ein Aufstieg zur Zugspitze an, um die Tour auf der Romantischen Straße mit einem fantastischen Ausblick abzuschließen.

Informationen zur Anreise, Routenplanung und viele weitere Tipps finden Sie auch auf der Internetseite der Romantischen Straße.

Bild: Luftphilia (Lizenz: CC BY 2.0)