Galicien im Nordwesten Spaniens ist das Ziel Jakobsweges. Doch auch abseits der berühmten Pfade hat die Region viel zu bieten. Vor allem die Küsten bestechen mit ihrer atemberaubenden Natur und laden zu einem besonderen Roadtrip ein.

Galicien wird im Westen vom Atlantischen Ozean und im Norden von der Biskaya begrenzt. Letzteres ist die Bezeichnung für eine berüchtigte Bucht des Atlantischen Ozeans. Sie ist für schwere Stürme und unberechenbares Wetter bekannt und zog schon vor Jahrhunderten so manchen Seefahrer in den Tod. Ebenso starke Spuren hinterließ das Meer auch an der Küste Galiciens. Die Gezeiten formten wilde Felsenklippen, fjordartige Meeresbuchten (die Rías Altas) und unendliche Sandbänke. Direkt am Meer ragen beeindruckende Berge in die Höhe, während sich grüne Wiesen bis ins Binnenland erstrecken. Und überall wachen Leuchttürme über die ungestüme See und weisen Seefahrern den Weg.

Es gibt unzählige Möglichkeiten, die galicische Küste zu erkunden. Mit dem Wohnmobil sind Sie am flexibelsten, aber auch ein Mietwagen ist bestens geeignet.

Galiciens Küste – Von Santiago nach Cabo Vilán

Die hier vorgestellte Route beginnt in Santiago de Compostela, der Hauptstadt der autonomen Gemeinschaft Galicien. Als Ziel des Jakobsweges hat Santiago eine sehr religiös geprägte Geschichte. Im Jahre 830 wurden in einem Grab Gebeine gefunden und dem Apostel Jakobus zugeschrieben. Seither pilgern jedes Jahr über 200.000 Menschen nach Santiago, um den Reliquienschrein des Jakobus zu besuchen. Er befindet sich in der Kathedrale von Santiago de Compostela, die insgesamt sehr sehenswert ist. Überhaupt ist die komplette Altstadt, die sogar von der UNESCO geschützt wird, einen gemütlichen Spaziergang wert.

Haben Sie genug Hauptstadtluft geschnuppert? Das nächste Ziel liegt bereits an der Küste. Es handelt sich um das Kap Finisterre, welches von den Menschen lange für das westliche Ende der Welt gehalten wurde. Tatsächlich reicht der Blick von dieser reizvollen Klippe (natürlich mit Leuchtturm) unendlich weit über das Meer. Auch hier verläuft noch ein Teil des Jakobsweges. Folgen Sie ihm für eine Wanderung zum Ort Fisterra.

Wieder im Auto kommen Sie am Leuchtturm Faro de Muxía vorbei. Architektonisch ist er zwar keine Schönheit, aber die spektakuläre Lage an der Küste inmitten von riesigen Gesteinsbrocken sorgt für einen tollen Zwischenstopp.

Das nächste Ziel, Cabo Vilán, liegt an einem Küstenabschnitt namens „Costa da Morte“, was „Todesküste“ bedeutet. Hier ist die See besonders wild und die Küste voller tückischer Fallen. Davon abgesehen handelt es sich aber um eine bezaubernde Gegend mit wunderschönen Ausblicken auf – unter anderem – jede Menge Leuchttürme. Auch hier beginnt ein Wanderweg, auf dem Sie das Küstenumland erkunden können.

Galiciens Küste – Von Laxe nach La Coruña

Der nächste Zwischenstopp ist die Stadt Laxe. Hier gibt es einen eigenen Stadtstrand, aber die Bucht westlich der Stadt ist landschaftlich um einiges schöner. Hier können Sie sich auf dem Surfbrett versuchen, zum Leuchtturm von Laxe wandern oder einfach herrlich am Strand entspannen. Die Temperaturen sind in Galicien übrigens auch im Sommer angenehm, da immer eine frische Brise vom Meer herüberweht.

Auf dem Weg nach La Coruña, einer größeren Stadt im Norden Galiciens, können Sie am Praia de Caión noch einmal halten und bei gutem Wetter ins Wasser springen.

In La Coruña selbst gibt es natürlich auch einen Stadtstrand, doch gerade im Sommer sind hier sehr viele Menschen unterwegs. Vielleicht schauen Sie sich lieber das Stadtinnere an. In der Altstadt stoßen Sie auf eine Menge Kirchen und Museen. Viele Gebäude wurden noch vor dem 19. Jahrhundert errichtet. Das berühmteste Wahrzeichen der Stadt ist allerdings der Torre de Hercules, ein Leuchtturm aus der Römerzeit, der sogar noch in Betrieb ist! Und natürlich finden Sie hier zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten sowie Cafés und Restaurants.

Noch mehr Galicien gefällig?

Ein weiterer traumhafter Strand hinter La Coruña ist der Praia de Santa Comba. Entlang der wilden Küste verläuft der Wanderweg „Senda Litoral Costa Ártabra“, den Sie eine Weile begleiten können. Dieser Strand ist auch bei Surfern sehr beliebt. An dieser Stelle können Sie Ihren Roadtrip bereits beenden, oder Sie fahren bis zum Praia de Esteiro weiter. Auch dort können Sie den fabelhaften Ausblick genießen, den Surfern zuschauen oder einen abenteuerlichen Wanderweg entlang der Steilküste in Angriff nehmen.

Und wenn Sie schon so weit gekommen sind, können Sie noch ein paar schöne Stunden am Praia das Catedrais verbringen. Dort haben die Gezeiten im Laufe der Jahre wunderschöne Steinformationen mit Rundbögen geschaffen, unter denen Sie bei Ebbe hindurchspazieren können. Aber Achtung: Im Sommer ist dieser Strand mitunter extrem voll.

Auf der Website des Tourismusverbandes von Galicien können Sie Ihre Reise individuell planen und alle Ziele abspeichern. Möchten Sie wissen, was Sie auf einem Roadtrip unbedingt dabei haben sollten oder fehlt Ihnen noch die passende Playlist? Auf unserem Blog finden Sie eine Menge Anregungen.

 

Foto: Óscar (xindilo/fotosderianxo) (Lizenz: CC-SA 2.0)