Zwar hat natürlich auch die Sesshaftigkeit durchaus ihre Vorteile, aber manchmal reizt es selbst den gemütlichsten Kaminfan, einfach den Autoschlüssel vom Haken zu nehmen und ins Ungewisse hinaus zu fahren, immer der Straße nach, dem Abenteuer auf der Spur. Dieses Sinnbild der Freiheit hat seine Wurzeln natürlich im Land der unbegrenzten Möglichkeiten – Amerika.

Aber dennoch wollen wir hier eine ganz offene Auswahl an Songs vorstellen, die sich in jedem Land der Welt als Untermalung für Road Trips eignen. Denn eine Autofahrt, ob nun in den Urlaub, quer durch die Staaten oder bloß zur Arbeit, wird gleich viel stimmungsvoller, wenn man im Takt der Musik mit dem Kopf nicken und den Refrain mitsingen kann.

Nun ist die Musik allerdings ein unfassbar weites Feld und Ihnen fallen beim Gedanken an Musik für Road Trips womöglich ganz andere Songs ein. Daher stellen wir hier auch keine Rangordnung auf. Es gibt keinen universellen „besten Road Trip-Song“ aller Zeiten. Aber es gibt immerhin Anregungen, um sein ganz persönliches Lieblingslied zu finden. Und vielleicht werden Sie ja bei dem ein oder anderen Song zustimmend nicken und anfangen, Ihren nächsten Road Trip zu planen.

Musik für Road Trips – Die Klassiker

Tausend Mal können sie im Radio laufen, noch so oft können Autofahrer genervt aufstöhnen, wenn sie die ersten Takte hören, spätestens beim Refrain klopfen die Hände rhythmisch auf das Lenkrad und man fragt sich vielleicht, was man eigentlich gegen diesen Song hatte. Da wäre Bruce Springsteen mit „Born to run“, The Eagles mit „Take it easy“ und, wie könnte es fehlen, „Sweet home Alabama“ von Lynyrd Skynyrd. Die Ältesten sind eben manchmal doch noch die Besten und bringen das Gefühl mit sich, dass man alle Zeit der Welt hat und kein Ziel zu weit ist.

Johnny Cash ist kein Mann der kleinen Worte und singt selbstbewusst „I’ve been everywhere“. Und seiner tiefen, welterfahrenen Stimme glaubt man das sogar. Außerdem ist die Melodie einfach mitreißend. „Hit the road Jack“ von Ray Charles und „King of the road“ von Roger Miller kommen sehr wahrscheinlich nie aus der Mode und wurden nicht umsonst in zahlreichen Filmen verwendet. Die unsterbliche Musik für Road Trips. Wer es gern etwas ruhiger hätte, während er dem Sonnenuntergang entgegen fährt, ist mit „The golden age“ von Beck und „Fast car“ von Tracy Chapman nicht schlecht beraten, letzteres gibt es auch in verschiedenen Remix-Versionen. Falls Jugendliche an Bord sind.

Aber für die gibt es dann auch noch „Going back to Cali“ von LL Cool J, ein Song, der förmlich nach Sonnenbrillen und Ellenbogen im offenen Fenster schreit.

Die etwas Anderen

Nun wären da noch Songs, die vielleicht nicht immer Reisen, Freiheit und die Liebe zur Straße zum Thema haben, sich aber trotzdem wunderbar für Road Trips eignen, sei es aufgrund ihrer eindringlichen Melodie, ihrer fröhlichen Ausstrahlung oder einfach, weil sie den Kopf von hinderlichen Gedanken befreien. Beim Road Trip geht es schließlich auch um den Fluss der Zeit und der Ereignisse, nichts steht im Weg, es geht ständig weiter.

Ein Song, der diese Stimmung wunderbar einfängt und dazu noch lustig ist, ist „Autobahn“ von Ohrbooten. Da wird aus dem Auto ein U-Boot, aus dem U-Boot ein Raumschiff, man erforscht die ganze Welt und singt dabei dieses Lied, das einfach gute Laune macht und das Grundgefühl jedes echten Road Trips auf den Punkt bringt: „Wohin ist egal und wo lang werd’mer seh’n, es wird immer weitergeh’n“. Auch „Trouble“ von Robot Koch und „Cloud Rider“ von Paul Kalkbrenner sind wunderbare Songs, wenn man die Lautstärke aufdrehen und sich von der Musik tragen lassen möchte.

„Man’s Road“ von America dagegen ist auf den ersten Blick ein schrecklich trauriges Lied. Es stammt aus dem Soundtrack des Trickfilms „Das letzte Einhorn“ und untermalt die im Grunde ziellose Reise des schönen Fabeltiers, das seine Artgenossen sucht. Dreht man das Lied allerdings im Auto richtig auf, am besten abends und während man durch bergige Landschaften fährt, macht sich andächtige Stille breit und die Schönheit von „Man’s Road“ kommt zum Vorschein. Traurig und schön zugleich ist auch „To be by your side“ von Nick Cave, dessen beeindruckende Stimme Sie sicher durch die Nacht begleitet.

Aber um wieder auf Touren zu kommen, bieten sich unbändig voranstürmende Lieder an. Ein paar Beispiele? „Sea Birds“ von den Burning Hearts (wenn Sie gerade am Meer unterwegs sind und den Surfern zuschauen, ist das Ihr Song), „The ballad of Mona Lisa“ von Panic at the disco (hat absolut nichts mit Auto fahren zu tun, aber eignet sich grandios zum lauten Mitsingen) und „Let’s start a band“ von Amy Macdonald (aber eigentlich sind alle ihre Songs heimliche Automusik). Das trifft auch auf Lana del Rey zu, man denke an „Born to die“ oder „Summertime Sadness“.

Wenn Sie sich allerdings der Heimat nähern, ist „Welcome home“ von Radical Face ein wundervolles Lied. Wer es etwas melancholischer mag, wählt vielleicht „Scarborough Fair“ von Simon und Garfunkel. Und wenn gerade Weihnachten ist und Sie das Radio eingeschaltet haben, kommen Sie um „Driving home for christmas“ von Chris Rea sowieso nicht herum.