Sind Sie bis jetzt unbeschadet durch den Sommer gekommen? Glück gehabt! Denn Frühsommer und Herbst sind die Hauptsaisons für Marderschäden am Auto.

Familiengründung mit Folgen

Im Juni beginnt die Paarungszeit der Steinmarder – die Männchen sind dann besonders aggressiv und verteidigen ihr Revier, um bessere Chancen bei den Weibchen zu haben. Nur die Liebe zählt, könnte man also sagen. Ungünstig nur, wenn sich dieses Verhalten im Motorraum eines Fahrzeugs abspielt.

Richtig rund geht es auch noch einmal im Herbst, wenn der Nachwuchs beginnt, ein eigenes Revier zu suchen. 3 bis 4 Nachkommen hat eine Marderin pro Jahr im Schnitt, und sie alle suchen als Einzelgänger ein eigenes Zuhause – was in diesem Fall ein Gebiet von 12 bis 210 Hektar umfasst.

Marderschäden am Auto – teuer und gefährlich

Marder auf Wohnungssuche also – mit weitreichenden Folgen! Die Nager klettern blitzschnell in den Motorraum und verbeißen sich in den Kabeln. Im besten Falle springt das Auto danach nicht an oder die Warnlampen im Cockpit weisen den Fahrer darauf hin, dass etwas nicht stimmt. Dann wird ein Werkstattbesuch fällig, der Schlimmeres verhindert. Wenn allerdings die Wärmeisolierung oder die Kühlwasserschläuche betroffen sind, kann der Motor überhitzen – mit Folgeschäden bis hin zum Motorbrand.

Am häufigsten betroffen sind Zündkabel, Kühlwasser- und Scheibenwaschwasser-Schläuche, Faltenbälge an Antriebswellen und an der Lenkung, Stromleitungen, Dämmmatten und Unterdruckschläuche für die Motorsteuerung. Da die Versicherung häufig zwar die direkten Marderschäden übernimmt – also den Austausch der zerbissenen Schläuche und Kabel bezahlt –, nicht aber für die Folgeschäden aufkommt, kann der ungebetene Gast nicht nur viel Ärger, sondern auch hohe Kosten verursachen.

Erste Hilfe – und dann?

Am sichersten ist es, das Auto jeden Abend an einem Ort abzustellen, zu dem kein Marder Zutritt hat. Garagenbesitzer haben also gute Chancen, ohne Marderschaden durch den Herbst zu kommen. Aber Vorsicht! Marder sind neugierig und echte Akrobaten: Auf der Suche nach einem sicheren Unterschlupf dringen sie auch in Häuser, Schuppen und Garagen ein, zwängen sich durch engste Löcher oder heben Dachziegel an, um sich Zutritt zu verschaffen.

Auch Garagenbesitzer sollten also die Augen offen halten, ob sie Marderspuren am Fahrzeug oder in dessen Umgebung entdecken. Hierzu zählen Kratzspuren und Pfotenabdrücke, Kot (der im Sommer durch den Verzehr von Holunderbeeren häufig dunkellila gefärbt ist), Fellreste an Engpässen und Essensreste im Motorraum oder am Fahrzeug. Wer die Spuren eines Marders entdeckt, sollte unbedingt handeln. Erster Schritt ist eine gründliche Außen- und Motorwäsche, um die bereits gesetzten Duftmarkierungen zu entfernen.

Mechanische Abwehr – die umweltschonende Alternative

Häufig empfohlene Hilfsmittel sind Marderabwehrspays oder Ultraschallgeräte. Beide helfen allerdings nur für kurze Zeit und können zudem die Umwelt belasten. Mechanische Abwehr ist da schonender! Viele Kabel und Schläuche im Motorraum lassen sich mit hitzebeständigen Ummantelungen aus Aluminium versehen, die für Marderzähne undurchdringlich sind. Allerdings ist dies nicht an allen gefährdeten Stellen möglich und sollte vom Profi ausgeführt werden.

Ein beliebtes und einfaches Mittel zur Marderabwehr ist ein Mardergitter, das unter das abgestellte Fahrzeug gelegt wird. Es besteht aus einem Holzrahmen, auf den ein Maschendraht gespannt wird, der dann einige Zentimeter über dem Boden liegt. Marder mögen einen solchen löchrigen Untergrund nicht und halten sich deshalb vom Fahrzeug fern. Ein solches Mardergitter ist allerdings zu groß, um es ständig im Kofferraum mitzuführen. Diese Abwehrmaßnahme eignet sich deshalb nur für Fahrzeuge, die immer am Haus abgestellt werden.

Das Weidezaunprinzip – effektiv und ungefährlich

Da Marderschäden nicht nur ärgerlich sind, sondern auch ein Sicherheitsrisiko darstellen, beschäftigt sich der TÜV Nord mit dem Thema. Die Empfehlung des Technischen Überwachungsvereins lautet, sich vom Profi eine Hochspannungsanlage mit Abschreckung nach dem Weidezaunprinzip einbauen zu lassen. Wer schon einmal den Elektrozaun einer Pferdeweide berührt hat, kennt die Funktionsweise: Ein durchaus unangenehmer, aber absolut ungefährlicher Stromschlag sorgt dafür, dass die Tiere ferngehalten werden. Dabei verbraucht das Gerät nur sehr wenig Strom und lässt sich problemlos mit der Fahrzeugbatterie betreiben. Je nach Hersteller und Werkstatt kostet die Komplettmontage eines solchen Geräts etwa 300€ – eine Investition, die Ihnen viel Zeit, Geld und Nerven ersparen kann!

Finger weg von Fallen und Gift!

Wer übrigens auf die Idee kommt, einen Marder mit einer Schlagfalle oder Gift zu töten oder zu fangen, sei gewarnt. Denn der Steinmarder unterliegt dem Jagdrecht und darf von Laien nur vertrieben, nicht aber gejagt werden. Außerdem würde ohnehin bald schon der nächste Marder sein Glück versuchen. Oder Sie locken mit dem Köder eine Katze an, was ebenfalls unschöne Folgen hätte.

Wenn Sie also bereits Marderspuren an Ihrem Fahrzeug entdeckt haben oder für die nächste Jungmardersaison im Herbst optimal vorsorgen wollen, sollten Sie sich jetzt mit der Werkstatt Ihres Vertrauens in Verbindung setzen. Fragen Sie nach effektivem Marderschutz – Ihrem Auto, Ihren Nerven und Ihrem Geldbeutel zuliebe!

 

Foto: Aah-Yeah (Lizenz: CC BY 2.0)

Sophia Schlag | Mechatronikerin

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Sophia Schlag | Mechatronikerin | Tel.: 0 34 43 / 4 61 00
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