Die neue, umweltfreundliche Mobilität lief zwar etwas holprig an, mittlerweile sind die leisen Elektroautos aber in vielen Ländern auf einem guten Weg. In welchen Bereichen die Stromer bald Standard sein werden und weitere Neuigkeiten lesen Sie hier.

Die „Black Cabs“ werden grün

Das Bild einer Großstadt ist trubelig und immer in Bewegung. Dafür sorgt vor allem der Verkehr, der sich ebenfalls aus vielen verschiedenen Elementen zusammensetzt. In einer Metropole wie London kann das Auto fahren besonders nervenaufreibend sein, vor allem zur Rush Hour. Wer sich dann nicht auf sein Fahrrad schwingen oder in einen Bus quetschen möchte, dem bleibt noch die Alternative Taxi. Die „Black Cabs“ sind mit ihrer knuffigen Silhouette ein echtes Wahrzeichen der Stadt – und sie sind ein Problem. Denn zur Nostalgie gehören auch Dieselmotoren, die in den TX4 aus Coventry verbaut sind und kräftig die Luft verschmutzen.

Deshalb sind die Tage der alten Modelle gezählt. Die Londoner Verkehrsbehörde akzeptiert ab Januar nur noch neu zugelassene Taxis mit Elektromotor. Daher steht die neue Generation der Black Cabs schon in den Startlöchern. Sie heißt TX5, ist ein Hybridauto mit Benzinmotor für den Notfall und soll ab September in Serie gefertigt werden. Und der Hersteller London Taxi Company (LTC) hat noch weitere Pläne: die Black Cabs könnten bald nicht länger der britischen Hauptstadt vorbehalten sein. Ein Verkauf nach Stuttgart oder Amsterdam liegt schon in der Luft.

Auch die Deutsche Post setzt auf Stromer

Streetscooter heißen die elektrischen Zustellfahrzeuge, die sich die Deutsche Post einfach mal selbst gegönnt hat. Die leisen Transporter wurden ursprünglich an der RWTH Aachen in einer ausgegliederten GmbH entwickelt. Nun ist die Streetscooter GmbH eine Tochterfirma der Deutschen Post. Auch diese Entwicklung kommt der Feinstaubhochburg Stuttgart gelegen. Von 60 Zustellfahrzeugen der Post sind dort bereits 20 elektrisch unterwegs. Eine Batterieladung reicht für etwa 80 Kilometer, das ist für den Großstadtverkehr ausreichend. Auf dem Land sähe das schon wieder ganz anders aus, aber die Post erledigt einen Schritt nach dem anderen.

Die Streetscooter haben neben ihrem Elektroantrieb noch weitere Vorteile. Sie sind zum einen sehr robust und passen sich zum anderen den Ansprüchen ihrer Fahrer an. Denn hat ein Paketzusteller ein Manko entdeckt, kann es direkt zur Produktion weitergeleitet werden. So entstehen ladefreundliche Karosserien und Kameras für den Seiten- und Rückfahrbereich. Außerdem gibt es einen Mechanismus, der den Fahrer ans Anziehen der Handbremse erinnert.

Bund verbessert die Ladesituation

Das Elektroauto zu Hause aufzuladen ist mit Stellplatz und Steckdose eher unproblematisch. Unterwegs kann es allerdings schon kritischer werden: keine Ladestation weit und breit, oder das Bezahlsystem ist umständlich. Diese Probleme will das Bundesverkehrsministerium vom Tisch haben und hat dieses Jahr 200 Millionen Euro Fördergeld freigegeben. Damit sollen bis 2020 5.000 neue Ladestationen in Deutschland entstehen, die meisten in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Auch das Bezahlen soll einfacher werden. Um Fördergeld zu bekommen, müssen die Betreiber an ihren Ladestationen Barzahlung, EC- und Kreditkarte und/oder eine elektronische Bezahlmöglichkeit anbieten.

Auf unserem Blog finden Sie auch einen Artikel über die erfolgreiche Elektromobilität in Norwegen sowie die sparsamsten Elektrofahrzeuge.