Seit dem 1. September 2015 kann kein Pkw mehr neu zugelassen werden, der nicht die Euro 6-Norm erfüllt. Die Hersteller müssen mit der Umstellung ihrer Modelle allerdings noch hinterherkommen – unter Umständen spürt das der Kunde im Portmonee.

In Kalifornien fing alles an. Dort wurden in den 1960er Jahren erste Regelungen eingeführt, um den Schadstoffausstoß im Straßenverkehr zu senken. Zwar wurden nicht alle Regelungen durchgesetzt und manche Ideen waren schlicht zu utopisch, aber das Projekt schlug genug Wellen, damit auch andere Länder auf Schadstoffregulierung achteten. In Europa begann dieser Vorgang zehn Jahre später, seither werden die Vorgaben regelmäßig verschärft.

So galt bis zuletzt die Euro 5-Norm, die für Dieselfahrzeuge 180 Milligramm Stickoxide (NOX) pro Kilometer vorsah (bei Euro 4 waren es noch 250 Milligramm). Außerdem musste der Ausstoß von Rußpartikeln auf 5 Milligramm pro Kilometer gesenkt werden. Schon die Euro 5-Norm konzentrierte sich also vor allem auf Selbstzünder, aber auch für Benziner gab es neue Vorgaben: der Stickoxid-Ausstoß musste auf 60 Milligramm pro Kilometer sinken.

Die Euro 6-Norm: streng zu Selbstzündern

Was die Euro 6-Norm angeht, müssen alle seit dem 1. September 2015 neu zugelassenen Fahrzeuge ihre Vorgaben erfüllen. Die wesentlichste Veränderung betrifft wieder die Dieselfahrzeuge: sie dürfen künftig nur noch 80 mg Stickoxide pro Kilometer ausstoßen. Für Pkw mit Ottomotoren ändert sich mit der Umstellung von Euro 5 auf Euro 6 dagegen nicht viel, es bleibt beim maximalen Stickoxid-Ausstoß von 60 mg/km.

Welche Hersteller erfüllen die Norm?

BMW liegt im Vergleich zu vielen anderen Herstellern bei der Umsetzung der Euro 6-Norm bereits weit vorn. Was aber müssen Hersteller tun, um ihre Fahrzeuge so schadstoffarm wie möglich zu machen? Eine Möglichkeit sind bessere Einspritzsysteme, die verhindern, dass der Kraftstoff mit Zylinderwand, Kolben und anderen Teilen in Kontakt kommt. Denn dabei entsteht vermehrt Ruß. Auch eine Druckerhöhung beim Einspritzen des Kraftstoffs kann sich positiv auswirken. Denn je feiner die Tröpfchen sind, desto umfassender werden sie verbrannt und verwertet. Beim Diesel sind aufgrund der hohen Stickoxid-Emissionen spezielle Katalysatoren nötig, was zu mehr Aufwand und Kosten führt.