Die Deutsche Vulkanstraße: eine 280 Kilometer lange Erlebnisstraße durch die Eifel, die sich ganz dem Thema Eifelvulkanismus widmet. Unterwegs können Sie eine Menge vulkanische Überreste entdecken und sich in die Zeit zurückträumen, als die Eifel von den Launen der Vulkane beherrscht wurde.

Lavaströme und Geysire

Der Nationale Geopark VULKANLAND EIFEL hat sich mit der Deutschen Vulkanstraße einen roten Faden geschaffen, der interessierte Besucher gezielt zu 39 verschiedenen Stationen der Erdgeschichte führt. Lavaströme, Maare und Schlackenkegel zeugen von der überaus heißen Vergangenheit der Eifel, die in Museen und Bergwerken noch anschaulicher dargestellt und erklärt wird.

Die Strecke ist in mehrere Auto-Etappen unterteilt. Sie können sich also die Etappe mit den für Sie interessantesten Stationen aussuchen oder (mit viel Zeit) die komplette Vulkanstraße befahren. Aber natürlich muss sich auf Ihrer Tour nicht alles um Lava und Gestein drehen. Wobei ein Bad in einem Vulkansee doch eine erfrischende Kombination wäre, oder? Davon abgesehen gibt es eine Menge Wanderwege, um die Eifel mit dem Fahrrad oder zu Fuß zu erkunden.

Wir werden an dieser Stelle nicht auf alle 39 Stationen der Vulkanstraße eingehen, sondern möchten Sie vielmehr dazu inspirieren, die Vulkanstraße auf eigene Faust zu entdecken.

Deutsche Vulkanstraße: ausgewählte Stationen

Passenderweise startet die Deutsche Vulkanstraße an einem See, der durch einen gewaltigen Vulkanausbruch geschaffen wurde: dem Laacher See. Noch Tage nach dem Ausbruch stand eine 30 Kilometer hohe Aschesäule über dem Krater!

Bild: Heribert Bechen (Lizenz: CC BY-SA 2.0)

Bild: Heribert Bechen (Lizenz: CC BY 2.0)

Station 4 ist das Römerbergwerk Meurin versetzt den Besucher 2.000 Jahre in die Vergangenheit und zeigt den Alltag römischer Bergarbeiter. Die verarbeiteten hier den Tuffstein, der mit dem Ausbruch des Laacher-See-Vulkans zu ihnen kam. Streifen Sie durch die unterirdischen Gänge und besichtigen Sie Werkzeuge des Bergbaus im Außenbereich.

Station 6, das Lava-Dome in der Eifelstadt Mendig, macht Ihr Vulkanerlebnis noch realistischer und ist vor allem für Kinder einen Besuch wert. Die Ausstellung „Im Land der Vulkane“ simuliert täuschend echt einen Vulkanausbruch und lässt Boden und Wände beben. Kinder können in der Vulkanwerkstatt experimentieren und sich von sprechenden Steinen die Geschichten bekannter Vulkane erzählen lassen. Anschließend geht es unter Tage: das Stollenlabyrinth unter der Stadt entstand beim mittelalterlichen Basaltabbau und kann heute bequem per Aufzug erreicht werden.

Ein echtes Überbleibsel des Vulkanismus erwartet Sie an Station 12. Der Bausenberg ist ein so genannter Hufeisenkrater. Als der ehemalige Vulkan seine Lava nicht mehr halten konnte, schlug sie sich durch die schwächste Stelle des Kegels und floss dort aus. Heute ist das Gebiet ein idyllisches Zuhause für viele Tiere und Pflanzen und steht unter Naturschutz.

Station 15 führt Sie hoch hinaus: Besteigen Sie den höchsten Berg der Eifel, die Hohe Acht! Dieser Vulkankegel ragt über das Gebirge hinaus und bietet einen wunderschönen Blick bis nach Westerwald.

Station 18, das Ulmener Maar, ist der jüngste Vulkan Deutschlands. Beim Anblick dieses lieblichen Sees möchte man das kaum vermuten, aber vor 10.900 Jahren (was für einen Vulkan wirklich kein Alter ist) trat hier glühendes Magma aus dem Erdinneren und sorgte für Explosionen, die das umliegende Erdreich komplett veränderten. Die typische Form von Maaren, eine eingesunkene Hohlform, lässt sich hier gut erkennen.

Bild: A.Savin (Wikimedia Commons · WikiPhotoSpace) (Own work) [FAL or CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Bild: A.Savin (Lizenz: CC BY-SA 3.0 )

Station 23 wird Ihre Kinder und auch Sie selbst zum Staunen bringen. Ein 120 Tonnen schwerer Gesteinsbrocken, die „Lavabombe Strohn“, zeigt, wie viel Kraft beim Ausbruch des dortigen Vulkans frei wurde. Zunächst löste sich ein kleinerer Gesteinsbrocken aus der Kraterwand und rollte abwärts. Wie ein glühender Schnellball nahm er er dabei Magma auf und wurde größer. Das wiederholte sich ein paar Mal, bis die Kugel verschüttet wurde. 1969 kam sie bei einer Sprengung wieder zum Vorschein und gehört heute zur Ausstellung des Vulkanhauses Strohn.

Station 29 ist perfekt, um mal etwas genauer über die Entstehung von Mineralwasser nachzudenken. Denn am Dreiser Weiher versickert Regenwasser im Gestein, nimmt dort wertvolle Mineralien auf und trifft weiter unten auf Kohlendioxid, was das erfrischende Sprudeln verursacht.

Gegen Ende der Tour können Sie die Natur noch einmal voll in Aktion erleben. Der Geysir „Wallender Born“ (Station 35) wurde 1933 während einer Bohrung entdeckt. Es handelt sich um einen mit Gas gefüllten Hohlraum, der das Gas alle halbe Stunde an die Oberfläche drückt. Dabei wird immer auch Wasser mitgerissen. Lange Zeit kümmerte sich niemand wirklich um den Geysir, bis die Anlage vor einigen Jahren komplett neu gestaltet wurde.

Die letzte Station der Deutschen Vulkanstraße ist zunächst eher unscheinbar. Eine Abbruchwand im Grundgebrige bei Manderscheid, die uns noch einmal das Fundament der Eifelvulkane zeigt. Denn vor 300 Millionen Jahren entstand hier durch zusammengeschobene Erdschichten das Schiefergebirge. An der wellenförmigen Maserung der Wand können Sie diesen Vorgang noch immer ablesen. Und als das Gebirge begann, sich zu heben, stieg in seinem Magma auf und lies die Vulkane entstehen, denen die faszinierende Deutsche Vulkanstraße bis heute gewidmet ist.

Auf der Webseite der Deutschen Vulkanstraße finden Sie weitere Informationen sowie eine detaillierte Karte der Route mit allen Stationen.

Beitragsbild: Elke Wetzig (Lizenz: CC BY-SA 3.0)